Kirchheim

Große Pläne und reichlich Nachwuchs

Feuerwehr Die Kirchheimer Feuerwehr zieht Bilanz. Im Jahr 2017 verbrachten die Floriansjünger 10 780 Stunden im Einsatz. Für die Zukunft sind sie im Kreisvergleich sehr gut aufgestellt. Von Daniela Haußmann

Der Kirchheimer Spielmanns- und Fanfarenzug musiziert auch künftig gemeinsam mit dem Spielmannszug aus Notzingen. Foto: Haußmann
Der Kirchheimer Spielmanns- und Fanfarenzug musiziert auch künftig gemeinsam mit dem Spielmannszug aus Notzingen. Foto: Haußmann

Die Freiwillige Feuerwehr rückte im vergangenen Jahr 373 Mal aus. Insgesamt verbrachten die Abteilungen Stadtmitte, Ötlingen, Lindorf, Jesingen und Nabern damit 10 780 Stunden im Einsatz, wie Stadtbrandmeister Roland Schultheiß am vergangenen Freitag bei der Jahreshauptversammlung in der Stadthalle berichtete. Gegenüber 2016 bedeutet das einen Rückgang um 2 055 Stunden. Rund 54 Prozent der Einsätze entfielen auf technische Hilfeleistungen und circa 46 Prozent auf Brände. „Damit entsteht der Eindruck, dass wir pro Tag mindestens einmal alarmiert worden sind“, sagte Schultheiß. „Doch das stimmt nicht.“

Vielmehr rückten die Floriansjünger 2017 an 163 Tagen gar nicht aus. Dafür gingen an anderen Tagen gleich bis zu sieben Alarmierungen ein. „Ich möchte mich bei allen Arbeitgebern für ihr Verständnis bedanken und dafür, dass sie die Kameraden freistellen“, sagte Roland Schultheiß und betonte: „Wir versuchen die Alarmierungen so zu steuern, dass sich die Einsätze auf alle Feuerwehrangehörigen gleichmäßig verteilen, um die Ausfälle bei den Betrieben gering zu halten.“

Zahlreiche Rettungskräfte durchliefen diverse Ausbildungen auf Kreisebene und an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal. Ein Teil der Feuerwehrleute probte im Brandübungscontainer den Ernstfall. Außerdem wurden laut Schultheiß Lehrgänge im Bereich der Grund-, Atemschutz-, Maschinisten- und Funkausbildung besucht sowie Zug- und Gruppenführerlehrgänge durchlaufen. Die Feuerwache in der Kirchheimer Henriettenstraße ist eine wichtige Ausbildungsstätte. 2017 nahmen fast 1 600 Feuerwehrleute aus dem Landkreis Esslingen die dort angebotenen Lehrgänge wahr. Im Rahmen der Brandschutzerziehung erreichten die Verantwortlichen im vergangenen Jahr rund 250 Schüler und Kindergartenkinder.

Um den Nachwuchs muss sich die Jugendfeuerwehr keine Sorgen machen, wie Jugendfeuerwehrwart Fabian Carucci berichtete. Mit 105 Mitgliedern im Alter von sechs bis 18 Jahren nimmt die Feuerwehr Kirchheim eine Vorreiterrolle ein, betonte Carucci. „Nürtingen besitzt mit 74 Mitgliedern die zweitgrößte Jugendfeuerwehr im Kreis“, so Roland Schultheiß, für den damit feststand, dass sich die Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung auszahlen.

Unter der Leitung von Marina Psader trat der Spielmanns- und Fanfarenzug auf. Unterstützt wurden die Musiker vom Spielmannszug der Notzinger Feuerwehr. Diese Zusammensetzung soll laut Louisa Schmid auch künftig so sein. „Ein großes Orchester mit einem vollem Klangvolumen ist außerdem eine gute Nachwuchswerbung“, so die Ausbilderin. „Zudem müssen wir keine Auftritte mehr absagen, weil einzelne Personen und damit Schlüsselstimmen fehlen.“ Die im vergangenen Jahr begonnene Kooperation hat viele Vorteile.

Angelika Matt-Heidecker ging in ihrer Rede auf die in die Jahre gekommene Feuerwache ein. Im September 2017 sei mit der Schadstoff- und Dachsanierung begonnen worden. Matt-Heidecker rechnet damit, dass die Arbeiten für diesen ersten Bauabschnitt, der auch den Innenausbau beinhaltet, im Dezember 2018 zum Abschluss kommen. Bis dahin wird die Stadt circa 2,1 Millionen Euro in die Baustelle investiert haben. Matt-Heidecker betonte, dass der Gemeinderat bereits 6,8 Millionen Euro für den zweiten Bauabschnitt bereitgestellt hat, der in den Jahren 2019 und 2020 erfolgen wird. Die Rathauschefin dankte den Floriansjüngern für ihr Engagement, mit dem sie nachhaltig zur Sicherheit der Bürger beitragen. Stadtbrandmeister Schultheiß wurde in seinem Amt bestätigt. Neu gewählt wurde der Gesamtausschuss der Feuerwehr, der sich aus 20 Mitgliedern zusammensetzt.

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