Kirchheim

Händler werben ganz persönlich

Innenstadt In 28 Läden zeigen die Inhaber auf großen Plakaten ihr Gesicht und machen sich damit gemeinsam für Kirchheim als Einkaufsstadt stark. Von Andreas Volz

Sabine Mauser präsentiert vor ihrem Laden - dem Juweliergeschäft Schairer - eines von 28 Plakaten der City-Ring-Aktion „Wir für Kirchheim“. Foto: Jean-Luc Jacques

Was belebt die Innenstadt? Nichts anderes als die altbekannten Marktgesetze von Angebot und Nachfrage. Solange die Innenstadt Nachgefragtes anbietet, kommen auch die Menschen. Umgekehrt gilt aber auch: Wenn die Menschen die Angebote ihrer Nachfrage anderswo suchen - beispielsweise im Internet -, hat das Auswirkungen auf das Angebot in der Stadt. Dann würde es auch in Kirchheims belebter Innenstadt so zugehen wie in vielen Wohngegenden: Es kaufen nicht mehr genügend Leute ein, aber wenn dann der Laden ums Eck zumacht, beschweren sich alle.

Um es in Kirchheim gar nicht erst so weit kommen zu lassen, haben die Händlergemeinschaft City Ring, die Stadt und der Bund der Selbständigen (BDS) gemeinsam die Aktion „Wir für Kirchheim“ gestartet: 28 Läden in der Innenstadt sind daran beteiligt. An der Ladentür oder im Schaufenster hängt ein großes Plakat, das viele Menschen zeigt. Es sind die Inhaber der 28 Geschäfte. Sie alle sind in kleinerem Format zu sehen, aber immer einer kommt ganz groß raus: Das ist derjenige, der das Geschäft betreibt, in dem das jeweilige Plakat auch hängt. Die Ladenbesitzer zeigen indessen nicht nur ihr Gesicht, sie werben auch mit ihrem Namen für den Besuch der Innenstadt.

"Wir wollen uns für Kirchheim stark machen"

Eine, die Gesicht zeigt, ist Sabine Mauser, Ausschussmitglied im City Ring, die das Juweliergeschäft Schairer bereits in dritter Generation führt. „Wir wollen uns für Kirchheim stark machen“, sagt sie, „und wir wollen zeigen, dass hinter jedem Laden, hinter jedem Geschäft Personen stehen.“

Den persönlichen Kontakt sieht sie nämlich als den ganz großen Vorteil beim Einkaufen vor Ort: „Im Einzelhandel kann man Dinge anfassen, probieren, man kann sich beraten lassen.“ Dabei liegt es ihr völlig fern, auf das Internet zu schimpfen: „Wir brauchen es ja alle auch selbst. Aber bei uns in den Läden geht es eben viel persönlicher zu.“ Das Prinzip „Buy Local“ sei wichtig, um diesen Kontakt in der Innenstadt zu erhalten.

Die Plakate hängen bereits in den Läden. Sabine Mauser hat bislang nur von positiver Resonanz gehört: „Das spricht die Kunden an, gerade auch in der Verbindung von Bildern und Namen.“ Oft heißen die Inhaber ganz anders als die Läden. Bei Sabine Mauser ist das auch der Fall, aber sie kann es ganz leicht erklären: „Wilhelm Schairer war mein Großvater mütterlicherseits.“ Wenn sie also ihr Angebot weiterhin vor Ort präsentiert, geschieht das unter anderem aus Familientradition - wie bei vielen ihrer Kollegen auch.

Und noch etwas eint die City-Ring-Mitglieder. Sie alle können Sabine Mausers Bekenntnis unterschreiben: „Ich fiebre für den Kirchheimer Einzelhandel.“

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