Kirchheim

Hagel zwingt eine „ornithologische Rarität“ zur Notlandung

Ein seltener Gast: Ein Großer Brachvogel wurde durch den Hagelsturm getroffen und musste in Kirchheim "notlanden". Foto: Dr. Wul
Ein seltener Gast: Ein Großer Brachvogel wurde durch den Hagelsturm getroffen und musste in Kirchheim "notlanden". Foto: Dr. Wulf Gatter

Kirchheim. Das Hagel-Unwetter am Mittwoch, 23. Juni, hatte einige unangenehme Überraschungen im Gepäck, doch ein paar Kirchheimern wurde auch eine ungewöhnliche Überraschung beschert. Ein ziehender Großer Brachvogel geriet über Kirchheim in die Hagelfront und stürzte im Wohngebiet Milcherberg in den Garten der Familie Zacharias. Der langbeinige, fast bussardgroße Watvogel mit 13 Zentimeter langem gebogenem Schnabel lockte Dutzende Schaulustige an. Geborgen von dem Vogelkundler Dr. Wulf Gatter zeigte sich, dass der beeindruckende Vogel sich an Kopf und Rücken kleine Verletzungen und eine zerschmetterte Schwung­feder zugezogen hatte. Nach ­einer Ruhepause im Hasenstall, der zu einem verdunkelten Käfig umfunktioniert wurde, konnte er am Folgetag an einem Baggersee östlich von Ulm ausgesetzt werden, wo er überraschender Weise sofort aufflog und sich nach mehreren Flugrunden munter ein reinigendes Bad mit Gefiederpflege im See gönnte. Brachvögel, eine Rarität in Deutschland, brüteten einst auch am Federsee. Ihre Überwinterungsgebiete reichen von der Atlantikküste Europas bis nach Südafrika. pm


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