Kirchheim

Happy Birthday, Henriette

Geschichte Am 22. April 1780 kam die spätere Herzogin Henriette auf die Welt. Über 45 Jahre lebte sie in Schloss Kirchheim.

Herzogin Henriette

Kirchheim. Sie hatte ein bewegtes Leben, die Herzogin Henriette von Württemberg, die 45 Jahre in Schloss Kirchheim lebte. Henriette wurde auch in Kirchheim geboren, exakt heute vor 240 Jahren, allerdings im Städtchen Kirchheim in der Pfalz, in der Residenz des kleinen Fürstentums Nassau-Weilburg. Sie war das jüngste Kind von Fürst Karl Christian von Nassau-Weilburg und Wilhelmina Karolina von Oranien-Nassau. Als die Koalitionskriege ausbrachen, floh die Familie aus der Pfalz, die den ersten Kriegsschauplatz bot.

Henriette landeten schließlich im Frühjahr 1796 im Exil in Bayreuth, wo sie Herzog Ludwig von Württemberg begegnete. Dem fiel die gerade 16 Jahre alte Henriette sofort ins Auge. Am 28. Januar 1797 heiratete Henriette den Herzog. Der Bräutigam war knapp 25 Jahre älter als sie.

Vom Hof verbannt

Henriettes Ehemann Ludwig, auch Louis genannt, war ein Bruder von König Friedrich I. von Würt­temberg. Schon in jungen Jahren pflegte Ludwig einen luxuriösen Lebensstil, aber bei der Hochzeit wusste Henriette noch nichts von den Geldproblemen ihres Bräutigams. Henriette brachte 30 000 Gulden Mitgift in die Ehe. Über die Jahre häufte Herzog Ludwig einen Schuldenberg von rund 1,5 Millionen Gulden an. 1810 kam es dann zum Skandal: Entsetzt über das Verhalten seines Bruders verbannte König Friedrich die ganze Familie vom königlichen Hof. Sie erhielt Schloss Kirchheim als Aufenthaltsort zugewiesen. Herzogin Henriette war sicher wenig begeistert über ihren Umzug. In den Jahren zuvor hatte sie das Hofleben in Ludwigsburg, Stutt­gart und Pawlowsk genossen. Immerhin konnte sie mit dem Ortsnamen Kindheitserinnerungen verbinden. In Kirchheim unter Teck lebte das Paar mit seinen fünf Kindern unter strengen Auflagen.

1817 starb Herzog Ludwig, und die 40-jährige Witwenzeit Henriettes begann. In den folgenden Jahren widmete sich Henriette der Aufgabe, ihre Kinder standesgemäß zu verheiraten. Die von Henriette gestifteten Ehen ihrer Kinder waren zwar nicht alle glücklich, aber auf jeden Fall vorteilhaft. Immerhin ist Königin Elisabeth II. von England eine Ur-Ur-Urenkelin von Henriette. Nachdem drei Töchter aus dem Haus waren, begann Henriette ihr karitatives Engagement in Kirchheim. Das Waisenhaus (1826), das nach dem Stuttgarter Vorbild den Namen ihrer Tochter Pauline erhielt, und das Städtische Krankenhaus (1840) wurden ihre wichtigsten Projekte. pm

 

Info: Aktuell ist das Schloss Kirchheim wie alle Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg ebenso wie alle Kultureinrichtungen geschlossen.

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