Kirchheim

Hilfe statt Gewalt

Jubiläum Der Deutsche Kinderschutzbund in Kirchheim besteht seit 25 Jahren. Grund genug, die vielen Ehrenamtlichen im Alten Gemeindehaus Kirchheim gebührend zu feiern. Von Lena Bautze

Das Streichquartett der Musikschule Kirchheim lässt den Jubiläumsabend feierlich beginnen.  Foto: Carsten Riedl
Das Streichquartett der Musikschule Kirchheim lässt den Jubiläumsabend feierlich beginnen. Foto: Carsten Riedl

Plötzlich ist es still, als eine junge Violinistin von der Musikschule Kirchheim die ersten Töne auf ihrer Geige spielt. Drei weitere junge Streicher steigen ein, und Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ erklingt im Alten Gemeindehaus in Kirchheim. Mit diesem Paukenschlag der Musikgeschichte beginnt die Jubiliäumsfeier des Deutschen Kinderschutzbundes Kirchheim. Der Verein unterstützt und begleitet seit 25 Jahren Jugendliche aus Trennungs- und Scheidungsfamilien.

Kinder, bei denen sich die Eltern trennen, haben es nicht einfach. Sie müssen oft miterleben, wie sich Mama und Papa streiten und wie sehr das am familiären Klima zehrt. Diesen Jugendlichen steht der Deutsche Kinderschutzbund in solchen Situation zur Seite. Der Verein unterstützt sie und verschafft ihnen eine willkommene Abwechslung. „So bieten wir zum Beispiel eine Gruppe für Jungen und eine für Mädchen an“, sagt die Erste Vorsitzende Petra Kristandt. Der Kinderschutzbund setzt sich getreu dem Motto „Hilfe statt Gewalt“ für Kinder und Familien ein.

Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker erinnerte in ihrer Rede an eine Aktion, die parallel zur Bundestagswahl vor zwei Jahren stattfand. Die Kinder konnten damals eine Hitliste aufstellen, welche Rechte ihnen am wichtigsten sind. Auf Platz drei haben die Jugendlichen das „Recht auf Freizeit und Erholung“ gewählt. Auf Platz zwei landete das „Recht auf Schutz vor Gewalt“ und auf den ersten Platz wählten die jungen Heranwachsenden das „Recht, sicher und mit Liebe aufzuwachsen“. Das zeigt nach Ansicht von Angelika Matt-Heidecker deutlich, wie essentiell es für junge Menschen ist, in einem stabilen, gewaltfreien Umfeld zu leben.

„Früher waren Schläge gängige und anerkannte Erziehungsmethoden,“ sagt Inge Fortunat, Richterin beim Amtsgericht Nürtingen. Sie ist froh, dass es solche Organisationen wie den Kinderschutzbund gibt, um auf die Rechte der Kinder aufmerksam zu machen. Der Vertreter des Landratsamtes von der psychologischen Beratungsstelle, Daniel Gerlich, schätzt die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen des Kinderschutzbundes und weiß, dass die Hilfe mit viel Herzblut und Leidenschaft geleistet wird. Als Anerkennung für ihre langjährige und engagierte Arbeit erhielten die vielen Ehrenamtlichen und Gründungsmitglieder des Vereins von Christa Holzhausen, Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes, eine „Ehren-Anstecknadel“. Ein Flötenensemble der Musikschule beendete den offiziellen Teil des Abends. Der DJ hatte seine Lichter und seine Anlage aufgebaut und somit alles für einen harmonischen Ausklang vorbereitet.

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