Kirchheim

Historische Fracht braucht Samthandschuhe

Kulturgüter zu transportieren, ist ein spezielles Handwerk. Wer der Meinung sein sollte, die für Kampfzwecke umgebauten Sensen notfalls auch im eigenen Kombi nach Trier chauffieren zu können, sollte sich von den zuständigen Kunst- und Kulturlogistikern eines Besseren belehren lassen. Die Firma Hasenkamp mit Stammsitz in Köln-Frechen hat nach Vorgaben aus Kirchheim eine Holzkiste nach Maß angefertigt. Die Kiste ist äußerst stabil, mehrfach verstärkt und innen mit Styropor ausgekleidet. Verschlossen wird sie mit gut einem Dutzend Schrauben. In diese Kiste kamen gestern Morgen nun zwei der Kirchheimer Kampfsensen. Vom Museum waren sie bereits in Luftpolster verpackt und so übergeben worden. Die Zwischenräume in der Kiste wurden aber noch zusätzlich mit Filzdecken ausgestopft, sodass die historisch wertvolle Fracht sanft an ihr Ziel gelangen kann. Das passt perfekt zu einem Werbeslogan des Marktführers für Kunst- und Kulturtransporte: „Unsere liebste Arbeitskleidung - Samthandschuhe“.

Etwa 20 Kampfsensen haben sich in Kirchheim erhalten. Fünf davon waren seither in der Dauerausstellung im Kornhaus zu sehen. Zwei davon auszuwählen, um sie zur Ausstellung nach Trier zu schicken, war für das Kirchheimer Museum insofern kein Problem, als die Dauerausstellung derzeit ohnehin geschlossen ist - bis das Kornhaus umgebaut ist und mit einer neu konzipierten Dauerausstellung aufwarten kann. Den ordnungsgemäßen Abtransport haben Viola Fichtenkamm, für die Objekte verantwortliche Diplom-Museologin der Stadt Kirchheim, und die stellvertretende Museumsleiterin Katharina Hardt überwacht und quittiert. Mehr als ein halbes Jahr lang bleiben die Sensen im „Exil“: Die Ausstellung in Trier endet am 21. Oktober.vol


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