Kirchheim

Hör zu, wenn die Nachtigall singt

Foto: Elise Czaja
Foto: Elise Czaja

Ein Klassiker ist das Buch „Wer die Nachtigall stört“ von Harper Lee. Es ist 1960 erschienen und gewann 1961 den Pulitzerpreis. Das Buch ist nun schon über ein halbes Jahrhundert alt - trotzdem ist es heute noch so relevant wie zur Erscheinung, auch wenn das Buch in den 30er-Jahren spielt. Die junge Jean Louise Finch, Scout genannt, erzählt von ihrer Kindheit mit ihrem älteren Bruder Jem und ihrem Vater Atticus. Sie lebt in Maycomb, im Süden der USA. Es ist ein kleines Städtchen, in dem jeder jeden kennt. Die dunkelhäutige Bevölkerung wird noch nicht akzeptiert, wie die kleine Scout immer wieder feststellen muss. Atticus ist Anwalt und setzt sich besonders für seine dunkelhäutigen Mitmenschen ein, denn noch haben sie wenig Rechte und sind denen ausgeliefert, die ihnen Übles tun wollen. Scout lernt von ihrem Vater Gerechtigkeit, Verständnis und Toleranz. Noch sind sie und ihr Bruder Kinder und verstehen nicht alles, was in Maycomb vor sich geht. Doch als der dunkelhäutige Tom Robinson angeklagt wird, die Tochter des städtischen Taugenichts Bob Ewell vergewaltigt zu haben, sind sich Scout und Jem sicher: Es geht hier nicht mit rechten Dingen zu. Atticus vertritt Robinson, und Maycomb lässt es an den Kindern aus, doch sie bleiben standhaft, so, wie sie es von ihrem Vater gelernt haben. Die Gerichtsverhandlung wird fast wie ein Feiertag behandelt. Der Gerichtssaal ist komplett überfüllt und die Kinder müssen von der Empore aus zusehen, wie ihr Vater um Gerechtigkeit kämpft. Diese Coming-of-Age-Geschichte ist auch heute noch unverzichtbar. „Wer die Nachtigall stört“ wurde 1962 verfilmt und steht auf Platz 25 der besten amerikanischen Filme aller Zeiten und gewann drei Oscars. Elise Czaja


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