Kirchheim

Hüpfen liegt momentan hoch im Kurs

Corona Die Menschen verbringen mehr Zeit zuhause. Das zeigt sich auch an den Verkaufszahlen bestimmter Produkte. Manche sind ausverkauft. Von Lena Bautze

Symbolbild

Wie so vieles andere hat sich auch das Kaufverhalten an die Corona-Krise angepasst. Die Menschen verbringen mehr Zeit daheim und mussten beispielsweise ihren Urlaub nach Balkonien verlegen. Das Portal Vergleich.org hat anhand der Nachfrage auf ihrer Seite analysiert, welche Produkte aktuell besonders gefragt sind - und welche weniger.

Das mit Abstand meist gekaufte Produkt lässt Kinderherzen höher schlagen: das Trampolin. „Die waren ruckzug weg“, sagt Philip Renken von Intersport Räpple. „Die ganzen Lieferanten kamen gar nicht hinterher mit der extremen Nachfrage.“ Laut dem Vergleichsportal erfährt das Sportgerät einen Nachfragezuwachs von 382 Prozent im Vergleich zum normalen Monatsdurchschnitt. „Seit März sind sie ausverkauft. Kunden, die zu dieser Zeit bestellt haben, mussten bis jetzt warten, bevor sie ihr Trampolin bekamen“, erklärt Philip Renken. Das waren jedoch nicht die einzigen Produkte, die einen Boom erlebt haben: „Kleine Fitnessgeräte, wie Springseile und Hand-Hanteln sind auch sehr beliebt.“ Logisch, denn die Fitnessstudios hatten bis vor kurzem noch geschlossen, und die Sportbegeisterten suchten eine Alternative. Aber auch Menschen, die sich normalerweise weniger sportaffin zeigten, suchen in Zeiten von Corona einen körperlichen Ausgleich. „Wenn man die ganze Zeit dem Partner auf der Pelle hockt, muss man auch mal raus. Wir merken, dass viele etwas für ihre Gesundheit tun wollen“, sagt Renken. Dabei ist vor allem das Thema Laufen und Radfahren beliebt. „Alles, was man daheim und draußen machen kann, wurde und wird jetzt gekauft.“

Das zweite Gerät erstaunt wohl kaum - die Nachfrage nach Fieberthermometern ist nämlich extrem gestiegen. Das kann auch Daniel Miller von der Adler-Apotheke in Kirchheim bestätigen. „Vor allem kontaktlose Messgeräte werden immer beliebter“, sagt der Apotheker. Anfangs gab es auch hier Lieferengpässe, jedoch jetzt „verbessert sich die Lage.“ Bei Anthroposophen sei wohl das Globuli Meteoreisen der Renner gewesen. „Das war das beliebteste homöopathische Mittel in dieser Zeit“, erklärt er.

Von Lieferengpässen kann beim Elektro-Haus Wagner in Notzingen kaum die Rede sein. „Bei uns kaufen die Kunden nicht mehr und nicht weniger“, stellt Susanne Klon-Wagner fest. Das widerspricht sich jedoch mit den Ergebnissen der Studie. Denn was brauchen die Menschen um ihre Vorräte richtig zu lagern? Gefrierschränke - und das rund 154 Prozent mehr als sonst im Monatsdurchschnitt. Die Inhaberin erklärt, dass bei ihr eigentlich nur nach Bedarf eingekauft wird. „Wenn etwas streikt oder kaputt geht, holen sich die Kunden ein neues Gerät.“

Ähnlich verhält es sich bei Elektrofachhändler Dreilich in Kirchheim. „Wir sind spezialisiert auf Reparaturen.“ Und momentan wird ein Haushaltsgerät besonders strapaziert. „Kaffeemaschinen werden gerade immer häufiger zu uns gebracht“, stellt Norbert Nöpel fest. Nicht verwunderlich, denn viele arbeiten von zuhause aus. Ansonsten kann er nicht feststellen, dass bei ihm mehr Elektrogeräte gekauft würden - im Gegenteil. „Viele kaufen ihre Produkte im Internet. Wenn das so weitergeht, sterben die Innenstädte aus, weil sich die kleine Läden nicht mehr lohnen“, sagt der Inhaber.

Auf Platz vier der Top-Produkte liegen die Rasenmäher. Das kann auch Marlene Liebrich vom Gartentechnikanbieter Alfred Metzger aus Dettingen bestätigen: „Gefragt waren vor allem Akkurasenmäher“, sagt die Geschäftsführerin. Das verwundert sie nicht. „Die Menschen verbringen mehr Zeit zuhause. Immer mehr haben alte Gartengeräte ausgegraben und sie uns zur Reparatur gebracht.“ Marlene Liebrich denkt, dass sich die Menschen im Grünen erholen wollen. „Ist doch verständlich, dass man in dieser Zeit nicht immer an Corona denken möchte. Stattdessen denken halt viele an ihren Garten und wie sie ihn verschönern können.“

Corona-Flop-Produkte

Verbesserte Zahnhygiene ist wohl kein Thema im Zusammenhang mit Corona. Der größte Flop im Verkauf sind elektrische Zahnbürsten. Sie wurden im Vergleich 31 Prozent weniger gekauft. Auch die Schallzahnbürste verkauft sich derzeit schlecht. Der Zahlbelag-Killer landet auf Platz drei im Flop-Produkte-Ranking.

Auch Trockner kommen nicht gut weg in der Coronakrise. Das Haushaltsgerät wurde laut Vergleiche.org 29 Prozent weniger verkauft.

Viele Urlaubspläne sind geplatzt. Das merkt man auch bei den Verkaufszahlen von Navigationsgeräten. Die nützlichen Orientierungshilfen gingen rund 26 Prozent weniger über den Ladentisch.

Stylen war in letzter Zeit nicht nötig. Deshalb gingen auch die Verkaufszahlen von Glätteisen in den Keller. Fast ein Viertel wurde weniger gekauft. leba

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