Kirchheim

„Ich fresse nur die bösen Träume“

Kindertheater Im Rahmen von „Szenenwechsel“ gastiert das Theater „HERZeigen“ in der Zehntscheuer. „Das Traumfresserchen“ begeistert kleine Zuschauer. Von Anna Ioannidis

Wer wird zu Schlummerlands neuem König gekrönt? Das entscheidet sich beim Singen.Foto: Jean-Luc Jacques
Wer wird zu Schlummerlands neuem König gekrönt? Das entscheidet sich beim Singen.Foto: Jean-Luc Jacques

Schon von Weitem ist die Aufregung der Grundschüler zu hören. Sie warten mit ihren Lehrern auf den Einlass in die Naberner Zehntscheuer. Dort führen zwei Schauspielerinnen des Tübinger Theaters „HERZeigen“ das Stück „Das Traumfresserchen“ von Michael Ende auf.

Im Raum ist es dunkel, als die beiden Schauspielerinnen auf die Bühne treten. Eine von ihnen fragt die Kinder: „Könnt ihr gut schlafen?“. Als Antwort rufen die Schüler ein einstimmiges „ Jaaa“.

Die beiden Figuren beginnen auf einer Ukulele und auf einem Akkordeon zu spielen und singen dazu. Das Lied erklärt, wie jemand im Reich Schlummerland zum König ernannt wird: Er muss der beste Schläfer im ganzen Reich sein. Eine der Figuren schläft prompt ein und wird der neue König. Die Kinder im Publikum kichern und tuscheln.

Das Lied endet, und der König und seine Tochter, die Prinzessin Schlafittchen, spielen ein Versteckspiel. Das sorgt für große Erheiterung bei den Kindern, bevor das Schlafittchen ins Bett geht. Die Schauspielerin kuschelt sich in die Federn und die Kinder im Publikum aneinander. Die Prinzessin schreckt plötzlich auf. Die Schüler erschrecken. Sie ruft nach ihrem Vater und verlangt - welche Eltern kennen das nicht - nach einem Schlaflied, einem Glas Wasser und Schokolade. Ein Albtraum hat sie geweckt und lässt sie nicht mehr einschlafen. Die kleinen Zuschauer sind unruhig.Die Furcht vor schlechten Träumen bleibt, und König und Königin rufen zwei Ärzte herbei. Die Versuche der Mediziner, ein Mittel gegen die Nachtmare zu finden, bleiben erfolglos, lassen die Kinder aber lachen und prusten. Dem besorgten Vater bleibt nichts anderes übrig, als sich selbst auf die Suche nach einem Schlafmittel zu machen. Unterwegs trifft er auf einen Schäfer. Die Schüler stehen kurz von ihren Plätzen auf, um einen Blick auf das Schaf am Boden zu erhaschen. Der Schäfer rät dem König zu einer bekannten und oft genutzten Methode, um einzuschlafen: dem Schäfchen-Zählen. Ein Kind wirft ein paar unverständliche Worte dazu ein.

Der König kommt zu einer Wiese. Zwischen den Büschen sieht er eine schimmernde Gestalt. Eine silbrigblaue Figur taucht auf. „Ich esse böse Träume“, sagt sie. Der König hat das Traumfresserchen gefunden und erklärt ihm die Not seiner Tochter. Das Fresserchen hilft ihm.

Zurück im Schlummerland erzählt der König seiner Tochter vom silbrigen Traumfresserchen. Es kann mit einem besonderen Lied herbeigerufen werden und verschlingt die bösen Träume. Schlafittchen schläft mithilfe des Wesens wieder ein, und König und Königin sind erleichtert. Am Ende des Theaterstücks laden Schlafittchen und ihr Vater die Zuschauer zum Mitsingen des Liedes ein.

Vor dem Gehen erhält jedes Kind ein Blatt mit dem Lied darauf. Damit können sie das Traumfresserchen jederzeit und überall herbeirufen und brauchen keine Angst mehr vor schlechten Träumen zu haben.

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