Kirchheim

„Ich habe viel gemacht. . .“

Kunst Der Koreaner Byung Chul Kim zeigt im Kornhaus einen Querschnitt seines künstlerischen Schaffens.

Künstler Byung Chul Kim. Foto: pr
Künstler Byung Chul Kim. Foto: pr

Kirchheim. In der Ausstellung „Ich habe viel gemacht. . .“ zeigt der koreanische Künstler Byung Chul Kim einen Querschnitt seiner bisherigen künstlerischen Arbeit, die sich in Performances und Aktionen sowie in Fotografie, Video und großformatigen Zeichnungen artikuliert. Die Ausstellung im Kornhaus in Kirchheim wird am Sonntag, 9. Februar, um 17 Uhr eröffnet.

Bekannt wurde Byung Chul Kim mit seinem einjährigen Projekt „Performance-Hotel“, das bei Wikipedia auch als ein „international rezipiertes, partizipatives Kunstprojekt im Stuttgarter Osten“ gefeiert wird.

Kims Kunstprojekte kreisen um die Suche nach unterschiedlichen menschlichen Ausdrucksmöglichkeiten, beispielsweise das Lachen und das Singen, aber auch die Suche nach Identität und nach nicht-materiellen Tauschmitteln, die im Unterschied zum Geldwert einen humanen, ästhetischen Wert besitzen. Im Performance-Hotel und im Performance-Express, die er von 2010 bis 2011 in Zugfahrten nach Paris, Metz und Luxemburg inszenierte, konnte gegen eine Performance ein Schlafplatz beziehungsweise ein Zugticket erworben werden. Mit diesen Aktionen, wie auch mit dem Projekt, „Humor-Restaurant“, bei dem sich der Gast mit einer humorvollen Darbietung eine Mahlzeit verdienen konnte, befragt der Künstler auch den Wert von ästhetischen Handlungen in einem neoliberalen Wirtschaftssystem.

In den großformatigen Zeichnungen erweitert Kim sein Themenfeld auf den naturwissenschaftlichen Kosmos. Während die grafische Serie „Der kleine Künstler“ aus dem Jahr 2007 noch als Storyboard angelegt ist, weisen die großformatigen, autonomen Zeichnungen beispielsweise aus der Serie „Identität und Erscheinung“ von 2015 auf Flug- und Bewegungsprotokolle von Insekten oder auf taxonomische und medizinisch anmutende Tier- und Menschenstudien hin. Allen Werken Byung Chul Kims ist jedoch eines gemeinsam, die Liebe zum Kleinen und scheinbar Unwichtigen sowie eine Prise zen-buddhistischer Humor.

Die Ausstellung, die am Sonntag, 9. Februar, eröffnet wird, ist bis zum Sonntag, 22. März, zu sehen. pm

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