Kirchheim

Im blauen Bus vom Fliegen träumen

Ausflug Mit dem Relexbus ging es für über 20 Kirchheimer der Lebenshilfe auf den Flughafen Leinfelden- Echterdingen. Hier erlebten sie den Flugalltag hautnah mit. Von Thomas Krytzner

Fast auf Tuchfühlung mit den großen Flugzeugen: Neben der Besucherterrasse machte die Lebenshilfe-Gruppe auch einen Stopp auf de
Fast auf Tuchfühlung mit den großen Flugzeugen: Neben der Besucherterrasse machte die Lebenshilfe-Gruppe auch einen Stopp auf dem Rollfeld. Foto: Thomas Krytzner

Die Aufregung war in der Lebenshilfe-Gruppe deutlich zu spüren. Der VVS und der Teckbote veranstalteten für sie einen Ausflug mit dem Relexbus - und zwar an den Stuttgarter Flughafen. Pünktlich um 9.55 Uhr setzte sich der blaue Bus am Kirchheimer Bahnhof in Bewegung, um die Reisegruppe nach Leinfelden-Echterdingen zu bringen. Auf der Fahrt im Bus erinnerten sich viele an ihre Erlebnisse auf verschiedenen Reisen. Roland Berndt, zuständig für Marketing und Verkaufsförderung beim VVS, begleitete den Ausflug. Er merkte schnell, dass schon viele der Teilnehmer weit umher gekommen sind. „Ich bin schon ab Stuttgart nach Rom geflogen“, erzählte einer, und ein anderer war sogar schon auf der halben Welt unterwegs. Nach einer 40-minütigen Fahrt im Relexbus hieß es dann: „Nächster Halt: Flughafen Stuttgart.“ Nach einem kurzen Spaziergang am Terminal 1 vorbei, wartete der nächste Höhepunkt: die Führung durch den Flughafen.

Hermann Greiner, ehemaliger Cargo-Langstreckenpilot, nahm die aufgeregte Schar in Empfang. Nach einer kurzen Einführung zeigte er einen Film über den Flughafen. Und dann wurde es doppelt spannend: Das, was in dem Film gezeigt wurde, konnte jetzt endlich selbst besichtigt werden.

Quelle: Neckar Fernsehen

Rundfahrt über den Flughafen
Doch zuerst musste ein Stopp bei der Sicherheits- und Zugangskontrolle eingelegt werden. Für viele war es das erste Mal, dass Geldbeutel, Handy, Schmuck und Rucksack durch das Röntgengerät geschoben wurden. Nachdem alle die Sicherheitsschleuse passiert hatten, wartete schon ein eigener Shuttlebus am Gate auf die Kirchheimer. Zum Bedauern der Teilnehmer brachte dieser die Gruppe aber nicht zum nächsten Urlaubsflieger, sondern setzte zu einer Rundfahrt auf dem Flughafen an.

Besonders beeindruckt waren die Besucher von den riesigen Kerosinbehältern und den vielen Tanklastwagen. Ein Raunen hört man, als der Bus am Gebäude der Flughafenfeuerwehr vorbeifuhr und Hermann Greiner erklärte, dass die Feuerwehr Tag und Nacht besetzt ist, und bei Alarm innert drei Minuten an jedem Ort auf dem Flughafengelände ist.

Normal ist der Aufenthalt auf der Start- und Landebahn für Fluggäste nur im Flugzeug erlaubt. Für die Reisegruppe aus Kirchheim wurde eine Ausnahme gemacht. Der Shuttlebus hielt und alle durften aussteigen, um den Flugzeugen mal ganz nahe zu sein. Von überallher brummte und dröhnte es. Hermann Greiner schien die Flughafengeräusche übertönen zu wollen, als er mit seinen Erklärungen begann.

Am liebsten gleich mitfliegen
Für die gespannten Zuhörer gab’s dann auch was zu sehen: Zwei Starts von Ferienfliegern ließen die Teilnehmer vom nächsten Urlaub träumen. Einige wären am liebsten gleich mitgeflogen. Doch zum Träumen blieb keine Zeit, denn dann sorgte ein ganz anderes Geräusch für die Fortführung des Programms: Magenknurren. Nach dem gemeinsamen Essen im Restaurant Mövenpick ging es zum Abschluss auf die Besucherterrasse des Flughafens. Dort konnte die Gruppe um Heilerziehungspflegerin Sina Stiefelmeyer das Geschehen auf den Rollfeldern beobachten und einige Flugzeugmodelle hautnah betrachten.

Beeindruckt waren sie vom größten einmotorigen Doppeldecker der Welt. Auf der anschließenden Rückfahrt im Relexbus sah man einigen die Anstrengung an, aber immer wieder kam die Frage, wann es zum nächsten Ausflug gehe.

Fast auf Tuchfühlung mit den großen Flugzeugen: Neben der Besucherterrasse machte die Lebenshilfe-Gruppe auch einen Stopp auf de
Foto: Thomas Krytzner
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