Kirchheim

Im Kino gehen die Lichter an

Eröffnung Mit dem Ehrenamtsabend hat die Saison des Kirchheimer Sommernachtskinos begonnen. Corona sorgt für große Abstände der Zuschauer untereinander. Von Andreas Volz

Kino im Corona-Sommer, wie es der Blick von oben zeigt: Die Stuhlreihen stehen in großem Abstand zuein­ander.Foto: Markus Brändl
Kino im Corona-Sommer, wie es der Blick von oben zeigt: Die Stuhlreihen stehen in großem Abstand zuein­ander.Foto: Markus Brändli

So gut wie nichts ist normal in diesem Sommer. Da tut es richtig gut, ein „normales“ Sommernachtskino erleben zu können. Eigentlich war bei der Eröffnung alles wie immer: fröhlich-friedliche Stimmung auf dem „Festplatz“ hinter der Kirche. Auf dem „Kinoplatz“ selbst herrschte ebenfalls beste Stimmung, weil Ellen Strauß-Wallisch gemeinsam mit ihrer Band auf der Bühne vor der Leinwand auftrat und dem Publikum ordentlich einheizte.

Und doch ist das eine oder andere nicht so wie immer: Wer genau hinschaut, merkt, dass die Stuhlreihen weit auseinanderstehen. Von einer vergleichbaren Beinfreiheit kann der normale Reisende nur träumen. Auch im Catering-Bereich sind Tische und Bänke mit weitaus größerem Abstand aufgestellt als sonst. Und noch etwas: Die Kinobesucher werden nach dem Eingang in Gruppen zu ihren Plätzen geleitet.

Ohne Sorgen - aber nicht sorglos

Das Sommernachtskino soll Kirchheim schließlich nicht zu einem Corona-Hotspot machen. Vielmehr will das Sommernachtskino einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass die Besucher „alle Ängste, alle Sorgen“ für ein paar Stunden vergessen können - freilich, ohne gleich sorglos zu werden. Deswegen gelten ja Hygiene- und Abstandsregeln.

Traditionell war der Eröffnungsabend dem Dankeschön der Stadt an ehrenamtlich Engagierte gewidmet, wobei sich Oberbürgermeister Pascal Bader zunächst bei Reimund Fischer und dem gesamten Kino-Team bedankte: „Es freut mich, dass Sie den Mut haben, dieses Jahr in Kirchheim ein Sommernachtskino auf die Beine zu stellen. Es wäre schade gewesen, das ausfallen zu lassen.“ Entwarnung könne aber längst noch nicht gegeben werden: „Wir stehen immer noch mitten in der Coronakrise.“

Gerade deswegen sei das ehrenamtliche Engagement noch wichtiger als jemals zuvor: „Dem Zeitgeist folgend, scheinen Egoismen und Eigeninteressen den Vorrang zu haben. Aber es darf nicht darum gehen, immer nur für sich selbst das Maximale rauszuholen. Es geht um die Gemeinschaft. Wenn wir etwas erreichen wollen, geht das nur gemeinsam.“

Letzteres zeigte auch der passende Film zum Ehrenamtsabend: „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“. Die Familie des Theaterkritikers Alfred Kerr, die im Februar 1933 ins Exil getrieben wird - über die Schweiz und Frankreich nach England -, übersteht die schwierige Zeit vor allem durch ihren beeindruckenden Zusammenhalt.

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