Kirchheim

Immer mal die Nase in Neuigkeiten stecken

Wenn einer eine Radtour mit der Stadtchefin macht, dann kann er was erfahren, zum Beispiel über Hochwasser am Freihof.Foto: Cars
Wenn einer eine Radtour mit der Stadtchefin macht, dann kann er was erfahren, zum Beispiel über Hochwasser am Freihof.Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Die sommerliche Radtour von Kirchheims Oberbürgermeisterin hat Kultstatus. Alljährlich kurz vor dem Urlaub lädt Angelika Matt-Heidecker ein, die Stadt zu

Irene Strifler

erstrampeln und dabei allerlei zu erfahren. Denn dass die Runde bei dieser Tour die Nase immer ganz frech in Neuigkeiten stecken darf, ist bekannt. Die Teilnehmer, überwiegend „Wiederholungstäter“, waren auch heuer gespannt auf die Tour, deren Route bis zum Startschuss Kirchheims best gehütetes Geheimnis blieb.

Der spektakulärste Punkt war das nagelneue Sportvereinszentrum. Schließlich läuft da ab Sonntag erst der Probebetrieb. Die zwei Dutzend Radler im Gefolge der Stadtchefin standen noch den Handwerkern im Weg herum, als sie den 3,4 Millionen-Euro-Bau erkundeten und sich davon überzeugten, dass der Holzbau keinerlei Turnhallen-Atmosphäre ausstrahlt. Doris Immrich erläuterte die Finanzierung, die mit einer städtischen Bürgschaft und einer großen Firmenspende möglich wurde. Außerdem führte die VfL-Geschäftsführerin die Gäste nicht nur durch Seminarräume und Umkleiden, sondern auch zu „Foltermaschinen“ und „Erlebnisduschen“. Manch einer bekam da Lust, alsbald seinen Körper dort zu stählen.

Einstweilen begnügten sich die Tourteilnehmer damit, selbst in die Pedale zu treten. So steuerten sie als nächstes den Ziegelwasen an, wo es acht brandneue Stellplätze für Wohnmobile gibt. „Die Menschen sollen ruhig kommen, von hier mit dem Rad in die Innenstadt fahren und dort ihr Geld ausgeben“, erläuterte die Oberbürgermeisterin den Aspekt der Wirtschaftsförderung.

Am nahen Freihof schockierte Matt-Heidecker ihre Begleiter mit einem Hinweis auf die Möglichkeit von Hochwasser, die vor allem durch die kleinen Flüsse wie Trinkbach oder Gießnau besteht. Erst im Juni sei der Pegelstand nach Regenfällen auf der Alb dramatisch angestiegen. Ein Mitradler konnte aus dem Nähkästchen plaudern und berichtete von Fotos, die er im Familienalbum gefunden hatte. Sie zeigen den Ziegelwasen im Mai 1931 komplett überschwemmt, vor dem Fuchsen kreuzen Boote.

Vom Wasserniveau ging‘s dann über die Grünschnittsammelstelle in der Au, die eine neue Erschließungsstraße erhalten wird, hinauf in luftige Höhen: In Ötlingen bei der Eduard-Mörike-Schule informierten sich die Radler über den dort geplanten Campus, der unter anderem die Dreikäsehochs von Lindorf und Ötlingen beherbergen soll. Zurück in Kirchheim nahm die Runde noch das Güterbahnhofsgelände unter die Lupe, auf dem Wohnbau möglich gemacht wird. Der Abschluss fand bei den Freunden und Förderern der historischen Feuerwehr in der Kirchheimer Henriettenstraße in würdigem Rahmen statt.

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