Kirchheim

Immer mehr mieten Schließfächer

Sicherheit Viele Bürger wollen ihre Wertgegenstände nicht mehr zu Hause aufbewahren. Mancherorts werden die Tresore schon knapp. Von Heike Siegemund

Fast „bombensicher“: Bankschließfächer für Bares und mehr.Foto: Carsten Riedl
Fast „bombensicher“: Bankschließfächer für Bares und mehr.Foto: Carsten Riedl

Die Zeiten, in denen Bürger Geld unterm Kopfkissen sowie Gold und Silber in der Schublade versteckt haben, sind vorbei. Mittlerweile verwahren immer mehr Menschen ihre Wertgegenstände in einem Bankschließfach. Das bestätigten drei Bankvertreter. Diese Entwicklung hängt wohl vor allem mit den vermehrten Einbrüchen auch in der Region rund um die Teck zusammen.

„Bei uns in der Hauptstelle Kirchheim werden die Schließfächer so langsam knapp. Die Nachfrage ist groß“, sagt Regionalbereichsleiter Dietmar Ederle von der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen. So seien am Standort Kirchheim derzeit von 2 000 Schließfächern nur noch sehr wenige frei. In den umliegenden Filialen, zum Beispiel in Ötlingen, gebe es mehr Kapazitäten.

Die Bankmitarbeiter fragen bei den Kunden nicht nach, wa­rum diese ein Schließfach benötigen und was sie darin verwahren, betont Ederle. „Hier gilt absolute Diskretion. Das Einbruchsthema spielt in diesem Zusammenhang aber eine große Rolle.“ Parken die Bürger ihr Hab und Gut auch deshalb im Schließfach, weil sie auf dem Konto praktisch keine Zinsen mehr erhalten? Das kann Dietmar Ederle so nicht bestätigen: „Den Trend zu Bargeld gab es damals bei der Finanzkrise. Heute ist dies nicht mehr der Fall.“

Für Bruno Foldenauer, Vorstandssprecher der VR Bank Hohenneuffen-Teck, ist durchaus die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank ein Grund für die gestiegene Nachfrage nach Schließfächern. Aber auch die vermehrten Einbrüche gerade in der dunklen Jahreszeit seien ausschlaggebend. Bruno Foldenauer hält es für richtig, Wertgegenstände und wichtige Dokumente in einem Banktresor zu verwahren: „Diese Dinge gehören nicht zu Hause in die Schublade.“ Die VR Bank ist mit acht Standorten in der Teckregion vertreten; davon bietet sie in fünf Filialen Schließfächer an, unter anderem in Owen und Weilheim. In allen Geschäftsstellen gibt es insgesamt rund 2 000 Fächer, von denen derzeit etwa 60 Prozent belegt sind. „Die Belegung ist von Filiale zu Filiale unterschiedlich. In Weilheim zum Beispiel liegt sie bei 70 Prozent“, informiert Foldenauer.

Auch Markus Weber, Pressesprecher der Volksbank Kirchheim-Nürtingen, kann den Trend, dass immer mehr Menschen ein Bankschließfach nutzen, bestätigen. Wie viele von den 1 140 Schließfächern am Standort Kirchheim belegt sind, möchte er nicht verraten - nur so viel: „Die Nachfrage nimmt zu. In einigen unserer Filialen sind alle Schließfächer vermietet.“ Markus Weber berichtet ebenfalls von einer „gewissen Verunsicherung, die bei den Kunden aufgrund der vermehrten Einbrüche zu spüren ist“. Dass die Kunden auf dem Konto weniger Zinsen bekommen, sei kein Hauptgrund. „Wir empfehlen es nicht, Geld in ein Schließfach zu legen“, betont Weber. Der Wert des Bargelds schwindet durch die Inflation. Besser sei es, sich über die richtige Anlegestrategie beraten zu lassen. Für die Verwahrung von Wertgegenständen könnten sich interessierte Kunden vor Ort die Schließfächer mit ihren unterschiedlichen Größen zeigen lassen, ergänzt Weber.

Bei den Banken sind die Schließfächer bestens gesichert, sagen alle drei unisono. Bruno Foldenauer betont: „Die Wertgegenstände der Kunden sind bei uns fast bombensicher untergebracht.“

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