Kirchheim

In kleinen Schritten geht es voran

Linde-Areal Der Kölner Wettbewerbssieger erhält den Auftrag, die Umgestaltung der Gebäude und der Fläche zwischen der Alleenstraße und der Teckstraße in Kirchheim konkret zu planen. Von Andreas Volz

Das „Hinterhaus“ der Linde soll komplett neu entstehen. Bis die Bauarbeiten beginnen können, wird allerdings noch viel Zeit vers
Das „Hinterhaus“ der Linde soll komplett neu entstehen. Bis die Bauarbeiten beginnen können, wird allerdings noch viel Zeit verstreichen. Fotos: Carsten Riedl

Der „Hinterhof“ der Kirchheimer Linde soll sich deutlich verändern, wenn sich das Mehrgenerationenhaus nach dem Umbau zum „soziokulturellen Zentrum“ weiterentwickelt. Allerdings geht die Veränderung zunächst einmal nur in kleinen Schritten voran: Der Gemeinderatsausschuss für Bildung, Soziales und Bürgerdienste hat jetzt der Vergabe von Planungsleistungen an den Wettbewerbssieger aus Köln sowie an dessen Partner zugestimmt.

Vor der Zustimmung war jedoch Grundsätzliches zu klären: Stadtrat Manfred Machoczek (Grüne) wollte geklärt wissen, ob der Ausschuss dafür überhaupt zuständig ist. Angesichts der Dimensionen des gesamten Projekts, das die Landschaft zwischen Alleen- und Teckstraße gewaltig verändern wird, hätte er es lieber gesehen, wenn der gesamte Gemeinderat die Planungsleistungen vergibt. Weil es sich aber nur noch längst nicht um den Baubeschluss handelt und weil für diese Planungen im Jahr 2020 auch „nur“ 150 000 Euro zur Verfügung stehen, war klar, dass das jetzt noch keine Aufgabe des Gesamtgremiums ist.

Die Fassade der Linde zur Alleenstraße hin soll sich auch nach der umfangreichen Neugestaltung des gesamten Areals wie gewohnt p
Die Fassade der Linde zur Alleenstraße hin soll sich auch nach der umfangreichen Neugestaltung des gesamten Areals wie gewohnt präsentieren - als eines der Wahrzeichen am Rand der Innenstadt.

Marianne Gmelin (SPD) merkte an, dass die geplante Tiefgarage „viel Geld verschlingt“. Die Tiefgarage soll unter dem neuen Quartiersplatz hinter der Linde liegen und über die Jesinger Straße anzufahren sein. Wilfried Veeser stellte dagegen für die CDU-Fraktion fest: „Wir halten diese Tiefgarage für notwendig.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass alle geplanten Stellplätze später auch gebraucht und genutzt werden, Falls nicht, könne man sie gegebenenfalls auch vermieten.

Linken-Stadträtin Ute Dahner fragte, inwiefern die Stadt daran gebunden sei, den Auftrag jetzt auch an den Wettbewerbssieger zu vergeben. In diesem Fall fiel die Antwort der Verwaltung ganz eindeutig aus: Zu den Prinzipien eines Wettbewerbs gehört es eben auch, dass man sich nicht komplett über den Beschluss des Preisgerichts hinwegsetzt.

„Was für die Stadt am besten ist“

Bürgermeister Günter Riemer ergänzte zudem: „Das Büro Lorber Paul aus Köln ist völlig zurecht Sieger dieses Verfahrens.“ Zwar habe sich dessen Planung den ersten Preis zunächst noch mit einem anderen Wettbewerbsentwurf teilen müssen. „Aber vor allem in der weiteren Bearbeitung nach dem Wettbewerb hat sich gezeigt, dass wir es hier ganz klar mit dem besten Entwurf zu tun haben.“ Damit deckt sich die Meinung des Ersten Bürgermeisters auch mit der von Stadträtin Marianne Gmelin: „Da ist genau das herausgekommen, was für unsere Stadt am besten ist.“

Bis aber wirklich etwas „herauskommt“, bis man also wirklich eine „neue Linde“ samt Tiefgarage, Quartiersplatz und neuen oder umgebauten Kinderbetreuungsstätten an der Teckstraße beziehen kann, wird noch sehr viel Zeit vergehen. Der bisherige Zeitplan sieht für 2020 lediglich vor, dass parallel zur konkreteren Planung auch der Bebauungsplan entwickelt werden soll.

Was allerdings noch fehlt, ist die Planung für die städtischen Wohngebäude entlang der Jesinger Straße. Sie sind ebenfalls Teil des Linde-Areals, das großflächig umgestaltet werden soll. Sie sind aber kein Bestandteil der jetzigen Vergabe gewesen.

Fazit: Die Linde wird ihr Gesicht komplett verändern. Wann auch immer der Bau beginnen mag, die derzeitige Bausubstanz ist zu schlecht, um das Mehrgenerationenhaus auf Jahre hinaus wie bisher weiter zu betreiben.

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