Kirchheim

Jeder für jeden – gemeinsam geht’s voran

Church-Night Am Abend des Reformationstags finden sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Jugendgottesdienst in der Martinskirche ein. Von Thomas Krytzner

Das Motto „Jeder für jeden“ hat bei der Church-Night in Kirchheim auch nach dem Gottesdienst noch Bestand - wie hier beim Crêpes
Das Motto „Jeder für jeden“ hat bei der Church-Night in Kirchheim auch nach dem Gottesdienst noch Bestand - wie hier beim Crêpes-Backen.Foto: Thomas Krytzner

Die Kirchennacht gehört bereits zur Tradition am Reformationstag in Kirchheim. In der Martinskirche organisieren Jugendliche den Gottesdienst mit überraschenden und kreativen Elementen. Tobias Fischer sorgt mit seiner Band und den rockig-christlichen Klängen für eine besondere Atmosphäre. Unter dem Motto „Ein Teil des Ganzen“ stimmen die Jugendmitarbeiter auf das Jubiläumsjahr der Reformation ein.

Der selbstgedrehte Kurzfilm zeigt eine Familie, deren Mitglieder allesamt verschiedenen Tätigkeiten nachgehen und dabei erleben, wie wichtig selbst der kleinste Beitrag ist, um etwas zum Gelingen beizutragen. So zum Beispiel Sohn Sven, der Fußballer: Als Multitalent kann er auf mehreren Positionen spielen. Als vor einem wichtigen Pokalspiel ein Stürmer verletzt ausfällt, kann er einspringen und verhindert somit eine Niederlage. Seine Mutter erfährt Ähnliches: Als sie einen Kuchen backen will, stellt sie fest, dass das Backpulver fehlt. Dank nachbarschaftlicher Hilfe gelingt der Kuchen doch noch. Mit diesen Szenen stimmen die Organisatoren des Gottesdiensts die Besucher auf das Thema der ChurchNight ein.

Bei verschiedenen Bildern auf der Leinwand sollen die Gäste her-ausfinden, wo jeweils Gemeinsamkeiten zu finden sind. Einige sind sofort zu erkennen, bei anderen Bildern lassen die Gottesdienstleiter die sichtbaren Ähnlichkeiten bewusst weg und verraten dann: „Jeder auf diesem Bild hat eine Schwester oder einen Bruder.“ Auch machen sie darauf aufmerksam, dass man es Menschen nicht ansieht, ob jemand Fuß- oder Handballer ist.

In der Predigt gehen die Jugendmitarbeiterinnen näher auf die Gemeinschaft ein. Sie machen den Besuchern klar, dass es nicht schlimm ist, wenn nicht überall Gemeinsamkeiten entdeckt werden. „Es macht doch Spaß, mal was Neues zu entdecken.“ Beim Fußball ist Teamwork gefordert, beim Klavierspielen allerdings bleibt man mit der Koordination alleine, und dennoch müssen die Finger quasi als Team arbeiten, damit es harmonisch tönt.

Die Predigerinnen stellen den Menschen als Individuum dar: „Jeder Mensch ist anders. Und manchmal macht das Andere Angst.“ Sie fordern die Anwesenden jedoch auf, die Angst vor dem Fremden anzunehmen und abzubauen. Die Jugendmitarbeiterinnen haben auch gleich einen möglichen Weg als Vorschlag: „Geht aufeinander zu und versucht, Gemeinsamkeiten zu finden.“ Bildlich stellen sie die Welt als Riesenpuzzle dar, in der jeder Mensch ein einzelnes Puzzleteil ist. „Jeder entscheidet selbst, wie das Puzzleteil aussehen soll. Das eigene Teil passt, so wie es gestaltet wird.“

Die Prediger nehmen die Ausbildung als Beispiel: „Da kommt die erste schwere Entscheidung, und dort zeigt sich die Individualität der Menschen, denn es kann ja nicht jeder den gleichen Beruf erlernen.“ Ebenso braucht es beim Hausbau viele verschiedene Teile, und diese müssen am Schluss zusammenpassen, damit das Haus stehenbleibt. „Das kann mit der Menschheit verglichen werden. Jeder ist ein Teil des Ganzen.“

Musikalischen Bezug stellen die Mitarbeiterinnen zu Andreas Bourani her. In seinem EM-Song „Auf uns“ steckt in einer Strophe – „Hier geht jeder für jeden durchs Feuer, im Regen stehen wir niemals allein, und solange unsere Herzen uns steuern, wird das auch immer so sein“ – quasi die Botschaft der Church-Night. „Jeder für jeden – und nicht jeder gegen jeden.“

Glühwein, Crêpes und andere Köstlichkeiten gibt es nach dem Jugendgottesdienst auf dem Martinskirchplatz zu genießen. An gemütlich wärmenden Feuerstellen lassen Organisatoren und Besucher diese Church-Night zum Beginn des Reformationsjahrs ausklingen.

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