Kirchheim

Jesingen hofft auf schnelle Lösung

Kindergarten  Im Käppele braucht es Platz für eine neue Gruppe. Bis Ende des Jahres soll deswegen ein Anbau entstehen.

Kirchheim. Manchmal muss es schneller gehen: Der Jesinger Kindergarten „Im Käppele“ braucht dringend eine Erweiterung. „Wir können die Kinder jetzt schon nicht aufnehmen“, sagt Reinhold Ambacher, der für die Freien Wähler sowohl im Kirchheimer Gemeinderat als auch im Jesinger Ortschaftsrat sitzt. Marianne Gmelin (SPD), seine Ratskollegin in beiden Gremien, drückt es noch ein wenig drastischer aus: „Die Kinder stehen vor der Tür. Wir können die Leute nicht mehr länger vertrösten. Spätestens im Dezember brauchen wir Räume für eine neue Kindergartengruppe.“

Für viele Vorhaben scheint der Dezember noch ziemlich weit weg zu sein. Wenn es aber darum geht, auf einer Freifläche im Südwesten des bestehenden Kindergartens einen Anbau zu erstellen, der bis Weihnachten bezugsfertig sein soll, dann nennt man solche Zeitpläne gemeinhin „sportlich“. Hinzu kommt, dass die Vergaben frühestens Ende April erfolgen.

Ein weiteres Problem, mit dem sich der Gemeinderat nun konfrontiert sah, sind Details, die noch nicht geklärt sind: Eine der Grundsatzfragen ist die, ob die Stadt Kirchheim einen Generalunternehmer beauftragen soll oder ob die Gewerke einzeln vergeben werden. Der Gemeinderat hat sich wegen des Zeitdrucks für eine eher ungewöhnliche Lösung entschieden. Er hat die Stadtverwaltung beauftragt, eigenständig nach der „schnellsten und wirtschaftlichsten“ Variante zu suchen.

Die genaue Gewichtung zwischen „schnell“ und „wirtschaftlich“ ist dabei aber nicht festgelegt. Nach einer Kostenschätzung ist der Unterschied ohnehin nicht groß. Beim eigenen Ausschreiben geht die Stadt derzeit von 825 000 Euro Gesamtkosten für den Kindergartenanbau aus. Für die Variante mit dem Generalunternehmer stehen 840 000 Euro zur Debatte.

Die Heizanlage ist veraltet

Letztlich lässt sich zu diesen Kos- ten aber nichts Genaueres sagen, weil noch eine andere Detailfrage hinzukommt: Die alte Heizung des Kindergartens ist 30 Jahre alt und könnte jederzeit ausfallen. Sie ist also auf jeden Fall sanierungsbedürftig. Wird diese alte Heizung erneuert, könnte man den Anbau gleich mit „dranhängen“. Bleibt die Heizung aber vorerst unangetastet, bräuchte es eine separate Wärmepumpe für den Anbau. Zur geforderten Wirtschaftlichkeit der gesamten Bauarbeiten gehört nach Ansicht von Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker definitiv auch eine neue Heizungsanlage. Andreas Volz

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