Kirchheim
Jetzt kommen die Karten auf den Tisch

Beratung Mit Impulskarten coachen Dorothee Moser und Gabriele Bartsch Führungskräfte und bringen spielerisch spirituelle Aspekte in die Chefetagen. Von Nicole Mohn

Quadratisch, praktisch und handlich liegen die Impulskarten zu werteorientiertem Führen von der Organisationsberaterin Gabriele Bartsch und der Theologin Dorothee Moser auf dem Tisch. Im schmalen Pack, der mit einem Magnetverschluss gesichert ist, warten 26 Karten aus stabilem Papier darauf, dem Führungsalltag neue Impulse zu geben.

Auf den 15 mal 15 Zentimetern großen Karten haben die Autorinnen festgehalten, was den Werte-Faktor in einem Unternehmen ausmachen kann. Empathie, Wertschätzung, Zutrauen - das ist es, was für sie zu einer erfolgreichen Personalführung gehört. Von A wie Achtsamkeit bis Z wie Zuversicht sammelten die Beratungsprofis die wichtigsten Themen für eine spirituelle Haltung im Führungsalltag. Auf das Wesentliche reduziert stellt jede Karte Impulsfragen zu den Schlagwörtern. Auf der Rückseite finden die Kartennutzer, neben den geforderten Kern-Führungskompetenzen sowie kleinen Anregungen und Übungen, einen Sinnspruch und eine Weisheit aus der Bibel.

„Wir wollen die Nutzer intellektuell und intuitiv ansprechen“, sagen die Entwicklerinnen. Die Karten sind laut den beiden Autorinnen vielseitig einsetzbar: Ob spielerisch als Kennenlern-Runde bei einem Seminar oder Workshop, in herausfordernden Situationen oder zur Klärung von Problemen - die Karten sollen, so wünschen es sich die beiden Autorinnen, Herz und Kopf inspirieren. Darüber hinaus sind die Karten auch dazu geeignet, das eigene Handeln als Führungskraft zu hinterfragen, Ziele zu formulieren und sich neu zu motivieren.

Frau Moser, Sie möchten Chefs zu mehr werteorientiertem Handeln animieren. Ist das denn nötig?

Dorothee Moser: Definitiv Ja. Und da fange ich bei mir selbst an. Im Alltag verliert man nämlich manchmal die Dinge aus den Augen.

Was zum Beispiel?

Moser: Loszulassen, mal delegieren, statt alles selbst zu machen. Mitarbeiter und ihren Gaben Raum geben. Oder auch einfach mal achtsamer miteinander umgehen.

Wie können die Impulskarten aus Ihrem Spiel dabei helfen?

Die Karten kommen zum Beispiel bei einer Mitarbeiterrunde auf den Tisch, und jeder kann sich die herausziehen, die für ihn gerade bedeutend ist - für ihn persönlich oder das Projekt. Dies eröffnet die Möglichkeit, verschiedene Aspekte zu erfassen und Dimensionen zu erkennen, die bisher noch nicht integriert sind. Und das auf kurzen Wegen.

Wie sind Sie auf die Idee zum Coaching-Spiel gekommen?

Ich bin zusammen mit meiner Co-Autorin seit über 20 Jahren als Beraterin und Coach aktiv. Dabei ist uns aufgefallen, dass es natürlich Führungstrainings gibt, auch zum Thema Spiritualität und Glauben, aber Reflektionen über beides sind selten geworden. Wir haben es deshalb als wichtig erachtet, eine Brücke zwischen beiden Aspekten zu bauen.

Sie sind im kirchlichen Bereich tätig. Ist das Set speziell auf diesen ausgerichtet?

Nein, ganz und gar nicht. Wir haben sie für alle Institutionen entwickelt und sprachlich auch extra so gestaltet, dass sie vielseitig einsetzbar sind. Und auch nicht ausschließlich für Führungskräfte: Es ist ein Übungsweg für die innere Haltung, den jeder Mensch für sich nutzen kann.

Was hat sich durch die Karten bei Ihnen persönlich verändert?

Ich sehe es als tägliche Herausforderung, so zu handeln, dass es den Menschen gut tut. Daran erinnern mich die Karten.

 

Info: Der Faltschuber „Wertorientiert führen“, Impulskarten für den Führungsalltag ist in erster Auflage bei der Edition Evangelisches Gemeindeblatt erschienen. ISBN: 978-3-945369-78-4