Kirchheim

Junge Musiker präsentieren sich souverän

Konzert Beim Podium in der Kirchheimer Stadthalle zeigen Schüler der Musikschule ihr Können. Sie glänzen durch Kreativität, Mut und Spielfreude. Von Gabriele Rolfs

Podium Kirchheimer Musikschüler in der Stadthalle, Musikschule, Kulturring Kirchheim, Sarah Genz
Foto: Markus Brändli

Künstlerische Souveränität, großartige individuelle Leistungen und musikalischer Gestaltungswille kennzeichneten die Darbietungen beim diesjährigen Podium: Selbstbewusste junge Menschen musizierten an diesem Abend mit Freude, mutig, kreativ und konzertant vor großem Publikum.

Fünf unterschiedliche Kammermusikgruppen hatten sich auf das Konzert vorbereitet, zwei davon unter der Leitung von Takashi Otsuka. Die junge Kammersinfonie eröffnete den Abend mit der spätromantischen „Brook Green Suite“ von Gustav Holst und ein Streichquartett präsentierte in sicherem Zusammenspiel das G-Dur-Quartett von Wolfgang Amadeus Mozart. Das Saxofon-Duo Katharina Sommer und Tim Eisele musizierte drei Sätze aus der Französischen Suite Nr. 2 von Johann Sebastian Bach. Während die Gigue mit Saxofon etwas behäbig wirkte, faszinierte das schön ausgestaltete Menuett.

Chor und Quartett ergänzen sich

Das Symphonische Orchester der Musikschule unter der Leitung von Johannes Stortz spielte Tangos von Matt Turner und Astor Piazzolla. Interessante und differenzierte Klangwelten schuf dabei das Orchester mit Johannes Wagler als Solist. Eine Besetzung mit Seltenheitswert boten die Lauter-Sänger unter der Leitung von Bert-ram Schattel, die gemeinsam mit einem Hornquartett unter der Leitung von Eduard Funk das hoch professionelle Werk „Nachtgesang im Walde“ von Franz Schubert erarbeitet hatten. Das Ergebnis ließ sich hören: Chor und Quartett ergänzten einander perfekt und die spannende dynamische Gestaltung war ein Genuss.

Das Symphonische Orchester der Musikschule unter der Leitung von Johannes Stortz spielt Tangos.
Das Symphonische Orchester der Musikschule unter der Leitung von Johannes Stortz spielt Tangos. Foto: Markus Brändli

Neben Kammermusikgruppen zeigten auch Solisten ihr Können. Jannis Graf überzeugte beim Klarinettenkonzert von Vaclav Tucek durch schöne Tongestaltung. Technisch versiert ist das Violinspiel Simon Wolperts, der das „Agitato Assai“ aus Viottis Violinkonzert vorbereitet hatte. Die Interpretation des Concertinos F-Dur von Bréval durch Fabian von Pfeil, Violoncello, war sauber gearbeitet und musikalisch klar gestaltet.

Zwei Werke für Flöte standen auch auf dem Programm: Alea Choisi präsentierte die kammermusikalische Sonate g-Moll von Bach. Die technisch hoch anspruchsvolle Sonate für Flöte und Klavier von Bohuslav Martinu hatte sich Tabea Wolff vorgenommen; die Darbietung gelang mit technischer und gestalterischer Sicherheit. Viel Spielfreude sprach aus der Darbietung von Mozarts „Alla Turca“ durch Felix Winkler. Sarah Genz am Cello musizierte schwungvoll und fließend Sammartinis Sonate G-Dur. Accolaÿs Concertino in a-Moll für Violine und Klavier wurde von Pia Zehle auswendig und mit einer sauberen Tongestaltung bis in große Tonhöhen dargeboten.

Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit

Mit seiner ausdrucksvollen Gestaltung der Venezianischen Lieder von Schumann überzeugte der Sänger Konstantin von Pfeil, ebenso wie Annika Etzler am Klavier, die das Präludium der Holberg Suite von Edvard Grieg sowohl mit Leichtigkeit als auch mit Ernsthaftigkeit vortrug. Erstklassig und ein ganz besonderer Genuss waren die beiden Auftritte von Jeanette Völlnagel an der Trompete und Julian Nürk an der Gitarre. Völlnagel musizierte das Rondo aus Hummels Trompetenkonzert mit einwandfreiem Ton, faszinierendem Klang und hervorragender Technik. Nürk präsentierte Schuberts Ständchen ruhig und ausdrucksvoll und vor allem mit einer Innigkeit, die seinesgleichen sucht: Einfach großartig.

Julian Nürk an der Gitarre und Sarah Genz am Cello sind zwei von vielen talentierten Nachwuchsmusikern der Musikschule.Fotos: Ma
Julian Nürk an der Gitarre und Sarah Genz (oben) am Cello sind zwei von vielen talentierten Nachwuchsmusikern der Musikschule. Foto: Markus Brändli
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