Kirchheim

Kommentar: Kinder, Kirche, Karriere

Das SPD-Frauenquartett hofft auf mehr Frauen in der Politik: Susanne Weber-Mosdorf, früher Bürgermeisterin in Kirchheim, Profess
Gesine Schwan (zweite von links) hat Kinder, Küche, Kirche und Karriere in ihrem Lebenslauf vereint. Foto: Tanja Spindler

Kommentar: Die „drei K“ gelten als Schicksal der Frauen in einer konservativen Welt: „Kinder, Küche, Kirche“. Doch auch Karriere fängt mit K an.

Dass dies kein Zufall sein muss, legt Professorin Gesine Schwan nahe mit einer imposanten Karriere. Kinder hat Schwan auch - „trotzdem“, muss man in Deutschland fast sagen -, und in der Kirche fühlt sich die bekennende Katholikin wohl, wie sie in Kirchheim erzählte. Fast demonstrativ zeigte sich die Rednerin an diesem hochpolitischen Abend nicht nur vom Look her durchaus traditionell weiblich, sondern beschrieb sich auch als „konservative Frau“.

Beinahe wäre es für Gesine Schwan bei den bekannten „drei K“ geblieben. Grips und Fleiß sowie ein aufgeschlossenes, gebildetes Elternhaus hätten fast nichts gegen die Konventionen auszurichten vermocht, die das (Frauen-)Leben in den 70ern des letzten Jahrhunderts noch viel klarer als heute prägten. Nein: Den Ausschlag dafür, dass man Gesine Schwan heute kennt und ihr zuhört, gab ein Mann, ihr Ehemann, Professor Alexander Schwan.

Wenn „Karriere“ zu einem der bestimmenden „K“ werden soll, braucht es auch heute noch viel Unterstützung, möglichst oder gerade von männlicher Seite. Das sollten Männer als Chance begreifen. Schließlich profitieren auch sie von gleichberechtigter Partnerschaft: Immer mehr von ihnen wollen neben der Karriere ihre Kinder beim Aufwachsen begleiten - „K“ nach Wunsch für alle! Irene Strifler

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