Kirchheim

Kinderpornografie: Kripo spricht von unfassbaren Zahlen

Gewalt Die Polizei im Kreis Esslingen verfolgt zurzeit knapp 160 Fälle von sexuellem Missbrauch Minderjähriger. Vor allem die Zahl der Fotos und Videos im Netz nimmt dramatisch zu. Von Bernd Köble

Tatort Kinderzimmer: Sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige beschäftigt Polizei und Behörden in zunehmendem Maß.Foto: Carsten
Tatort Kinderzimmer: Sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige beschäftigt Polizei und Behörden in zunehmendem Maß. Foto: Carsten Riedl

Man möchte wegschauen, darf aber nicht. Was die Beamten des Dezernats K1 bei der Kripo Esslingen im Alltag erleben, prallt auch an hartgesottenen Kollegen nicht ab. Der Arbeitsbereich zur Bearbeitung von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen, wie es in sperrigem Beamtendeutsch heißt, widmet sich einem rasant wachsenden Aufgabenfeld in der Verbrechensbekämpfung. Sexualisierte Gewalt gegen Kinder ist ein Thema, das nicht nur Polizei und Staatsanwaltschaft beschäftigt, sondern ...

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Kein typisches Täter-Milieu

Sexualtäter, die Gewalt gegen Kinder ausüben, stammen aus allen gesellschaftlichen Schichten. Häufig sind es Familien­angehörige oder nahe­stehende Bekannte. „Es gibt kein typisches Täter-Milieu“, sagt der Esslinger Kriminalhauptkommissar Jens Baierschmitt. „Taten werden querbeet durch alle Personengruppen verübt.“ Mit einer Ausnahme: In der deutlichen Mehrheit handelt es sich um Männer.

Wie hoch der Anteil Täterinnen ist, darüber gehen die Statistiken auseinander. In der polizeilichen Kriminal­statistik geht man von Zahlen im unteren einstelligen Prozentbereich aus. Das Institut für Sexualforschung in Hamburg-Eppendorf hingegen weist in seiner Studie einen Frauenanteil von bis zu 30 Prozent aus.

Wer zum Täter wird, ist auch eine Frage der Definition. Schuldig macht sich auch, wer wegsieht, schweigt oder Taten vertuscht. Eine solche Mittäterschaft ist vor allem unter Frauen ein Problem. bk