Kirchheim

Kirchheim fördert durch das Lesen auch Kunst und Kultur

Bürgerstiftung 4 600 Euro gehen an die Freihof-Realschule und an ein Buchprojekt. Die Bastion soll noch folgen.

Joachim Mohr liest aus seinem Buch über Tritschler und Schöllkopf.Foto: Andreas Volz
Joachim Mohr liest aus seinem Buch über Tritschler und Schöllkopf.Foto: Andreas Volz

Kirchheim. Die Kirchheimer Bürgerstiftung unterstützt Projekte, die eng miteinander verbunden sind: das Lesezimmer der Freihof-Realschule, das Buch Joachim Mohrs über Tritschler und Schöllkopf sowie möglicherweise den Club Bastion zu dessen 50-jährigem Bestehen. Letzteres hängt davon ab, dass die Bastion einen konkreten Antrag nachreicht.

Das Lesezimmer erhält 2 000 Euro von der Bürgerstiftung. Die Stadt Kirchheim unterstützt damit den Förderverein der Freihof-Realschule, der das Geld an die Schule weiterreicht. Eingerichtet werden soll ein eigenes Zimmer an der Schule, das nur zum Lesen genutzt wird - mit allem, was dazugehört, einschließlich Sofas und gut bestückter Bücherregale.

Die Lehrerin Sandra Kirsamer hatte die Idee zum Lesezimmer: „Bei den 5ern und 6ern haben wir eine feste Lesestunde. Aber in den Klassenzimmern ist es zum Schmökern nicht so gemütlich.“ Das soll durchs Lesezimmer anders werden. Außerdem will die Schule auch die älteren Jahrgänge zum Lesen animieren und dem „Leseknick“ entgegenwirken, der sich ab zwölf so oft einstellt. Der Fördervereinsvorsitzende Kai Sonntag lobt deshalb die engagierten Lehrkräfte, die sich für die Leseförderung ins Zeug legen.

Zum Lesen ist auch das zweite Projekt da, das die Bürgerstiftung dieses Jahr fördert: Joachim Mohrs Buch „Der Revolutionär, der Kapitalist und das Streben nach Glück“. Der Autor hat jetzt in der Bastion selbst daraus vorgelesen. Er will vor allem die Revolution von 1848 positiv in Erinnerung bringen: „Diese Zeit spielt in unserem Geschichtsbewusstsein keine so große Rolle. Es gibt keine Gedenktage, und die meisten Deutschen wissen nicht allzu viel davon.“

Das soll sich durch dieses Buch ändern: „Wir wollen die Erinnerung an Tritschler, aber auch an Schöllkopf hochhalten“, sagt Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker. Deshalb unterstützt die Bürgerstiftung den Druck des Buchs mit 2 600 Euro. Gewissermaßen finanziert Schöllkopf persönlich das Buch, denn das Geld, das die Bürgerstiftung ausschüttet, stammt aus den USA, von der Schöllkopf-Stiftung.

Joachim Mohrs Buch soll auch im Lesezimmer der Freihof-Realschule zu finden sein. Das ist die eine Verbindung zwischen den Projekten. Die andere ist die zur Bastion, in der Mohrs Lesung stattfand: Die Bastion soll Geld von der Bürgerstiftung erhalten, wenn sie die angedachte „Leuchtreklame“ verwirklicht, die Programmhinweise auf das Gemäuer projizieren soll. Dann wäre es vielleicht Zeit für eine „Steppenwolf“-Lesung - mit Menetekel-Werbung fürs „magische Theater“. Andreas Volz

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