Kirchheim

Kirchheim gilt nicht als Risikogebiet

Corona Auch wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in Kirchheim teilweise oberhalb von 50 lag, muss der Landkreis nicht eingreifen.

Positive Tests: Am 17. September sind in Kirchheim gleich 16 neue Corona-Fälle gemeldet worden.  Symbolbild
Positive Tests: Am 17. September sind in Kirchheim gleich 16 neue Corona-Fälle gemeldet worden.  Symbolbild

Kreis. Wer sich die Mühe gemacht hat, für Kirchheim die tägliche Zahl der Neuinfektionen zu notieren und daraus eine Sieben-Tage-Inzidenz zu berechnen, könnte beunruhigt sein: Von Montag, 14. September, bis Montag, 21. September, sind 31 Neuinfektionen zu verzeichnen. Hochgerechnet auf 100 000 Einwohner wäre das eine Sieben-Tages-Inzidenz von 77,5. Da die „Vorwarnstufe“ bei 35 und die „Eingriffstufe“ bei 50 liegt, müsste die 40 000-Einwohner-Stadt Kirchheim also als Risikogebiet eingestuft werden.

„Die Sieben-Tage-Inzidenz in Kirchheim wird vollständig beherrscht von einer Meldehäufung am 17. September, als uns 16 Fälle auf einmal gemeldet wurden“, erläutert Marcus Deger, Leiter des Sachgebiets Ordnung und Verkehr bei der Stadtverwaltung. „Das ist etwas mehr als die Hälfte der Personen, die in diesem Zeitraum als neu infiziert gemeldet wurden. Bei diesem kurzfristigen Anstieg handelte sich jedoch um ein eingrenzbares Infektionsgeschehen, das auf mehrere nicht zusammenhängende Cluster verteilt war. Ein permanenter Anstieg war in den darauffolgendem Tagen nicht festzustellen“, so Deger.

Für den Landkreis wäre das auch kein Grund zum Handeln. „Die Ausweisung von Risikogebieten aufgrund der Sieben-Tage-Inzidenz bezieht sich immer auf Landkreise und Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern“, erläutert Andrea Wangner, Sprecherin des Landkreises Esslingen. Der Grund dafür: „Die Aussage dieses Wertes wird verfälscht, wenn die Grundgesamtheit kleiner wird. In einem kleineren Untersuchungsgebiet schlägt die Zahl der Infizierten anders zu Buche als in einem größeren Gebiet“, sagt sie und fügt hinzu. „Bei einem fokalen Ausbruch können Infizierte und enge Kontaktpersonen viel besser eingegrenzt werden als zum Beispiel bei einem regionalen Ausbruch. Da ist es nicht notwendig, einen ganzen Ort unter Quarantäne zu stellen.“

Im Landkreis wird ab 187 Fällen pro Woche die Vorwarnstufe ausgegeben, ab 268 die Eingriffstufe. Stand Donnerstag liegt die Zahl bei knapp über 135. Thomas Zapp

 

25,6 Infizierte pro 100 000 Einwohner meldet der Landkreis Esslingen für Donnerstag. Das entspricht absolut etwa 135,2 Infizierten.

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