Kirchheim

Kirchheim plant Schnelltests am Güterbahnhofsgelände

Pandemie Die Stadt versucht, Angehörige von Risikogruppen in allen möglichen Belangen zu unterstützen.

Symbolbild

Kirchheim. Die Stadt Kirchheim will vom kommenden Montag, 22. Februar, an kostenlose Corona-Schnelltests anbieten - in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz und den Maltesern. Als geeigneter Ort für die Tests ist das brachliegende Güterbahnhofsgelände vorgesehen, das damit nach dem Autokino im vergangenen Jahr eine weitere pandemie-bedingte Nutzung erhält: „Das Gelände ist ideal, um es mit dem Auto oder auch zu Fuß zu erreichen und sich dort testen zu lassen“, stellte Oberbürgermeister Pascal Bader im Gemeinderat fest. Die genaue Kapazität des Schnelltestzentrums an der Schöllkopfstraße ist noch nicht festgelegt: „Wir probieren das einfach mal aus und schauen dann, wie hoch der Bedarf ist.“ Spezielle Schnelltests für Erzieherinnen und für Lehrkräfte seien ebenfalls geplant.

Zur aktuellen Corona-Lage hatte der Oberbürgermeister Gutes zu berichten. Was landes- und bundesweit zu beobachten ist, gilt auch für Kirchheim: „Der Lockdown wirkt, die Zahlen gehen nach unten.“ Wie sich die Mutationen des Virus auf diesen Trend auswirken, bleibt allerdings abzuwarten.

Die Stadtverwaltung hat eine eigene „Servicestelle Impfen“ eingerichtet. Sechs Personen kümmern sich dort um die Belange von Bürgern, die Fragen rund ums Thema Impfen haben. Bei vielen Anfragen geht es um einen Impftermin. Das wiederum ist in Kirchheim so schwierig wie überall - bedingt dadurch, dass die Impfstoffe zunächst einmal nicht in der zugesagten Menge geliefert werden. Die Nachfrage nach Terminen übersteigt das Angebot also um ein Vielfaches. Wer einen Termin ergattern will, erlebt dabei eine Enttäuschung um die andere.

„Wir haben Impftickets erhalten“

„Einen Impftermin zu vereinbaren, ist auch für Stadtverwaltung nicht so einfach“, musste der Oberbürgermeister eingestehen. Er berichtete deswegen von eher kleineren Erfolgen: „Wir haben für alle Personen, die sich bei uns gemeldet haben, Impftickets erhalten. Das heißt, sie sind jetzt zumindest auf der Warteliste.“

Weitere Hilfen fürs Impfen - wenn es denn tatsächlich zu einem Termin gekommen ist - will die Stadt ebenfalls anbieten: „Beim Transfer zu den Kreisimpfzentren setzen wir auf ehrenamtliche Helfer. Wir haben aber auch schon Kontakt zu Bus- und Taxiunternehmen aufgenommen.“ Der Preis für eine Fahrt liege demnach bei 38 Euro. Zu einem weiteren SPD-Antrag - dem auf spezielle Einkaufszeiten für Risikogruppen - verwies Pascal Bader auf die Möglichkeit, bei den Einzelhändlern Einzeltermine zu vereinbaren.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Marc Eisenmann betonte: „Uns geht es um einen risikolosen Zugang einzelner Personen zu einem möglichst normalen Leben. Es geht uns nicht darum, eine Personengruppe zu isolieren.“ Trotzdem forderte er eine Beförderungsmöglichkeit für Menschen über 60 oder mit Vorerkrankungen, „und zwar in einem Anruf-Sammel-Taxi, sodass sie nicht den Gefahren in einem Bus ausgesetzt sind.“

Diese Forderung wiederum fand Ulrich Kübler (Freie Wähler) „nicht ganz schlüssig“. Derzeit seien die Busse ziemlich leer: „Den Unterschied zwischen einem leeren Bus und einem halbvollen Anruf-Sammel-Taxi verstehe ich nicht.“ Auch der Hinweis des Ers­ten Bürgermeisters Günter Riemer, dass es sich beim Anruf-Sammel-Taxi um Kleinbusse handelt, sorgte da kaum für größeres Verständnis. Weiteres Unverständnis zeigte Ulrich Kübler dafür, dass Bürger, die sich bei der Servicestelle melden, gar auf städtische Kosten zum Impfen gebracht werden könnten. Andreas Volz

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