Kirchheim

Kirchheim sagt „Merci“

Ehrenamt Karl-Heinz Rieforth und Ursula Raven wurden nach jahrzehntelangem Engagement für den Partnerschaftsausschuss Rambouillet im Rathaus in Kirchheim verabschiedet. Von Monika Läufle

Jahrzehntelanges Engagement: Vorsitzender Karl-Heinz Rieforth (Zweiter von links) hat sich 51 Jahre, Schriftführerin Ursula Rave
Jahrzehntelanges Engagement: Vorsitzender Karl-Heinz Rieforth (Zweiter von links) hat sich 51 Jahre, Schriftführerin Ursula Raven (links) 42 Jahre für den Partnerschaftsausschuss Rambouillet engagiert. Klaus Winkler ist seit Juni neuer Vorsitzender, Karin Zweibrücker neue Schriftführerin. Foto: Monika Läufle

Im Jahr 1962 gab es hohen Besuch in Ludwigsburg. Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle hielt vor 20 000 Jugendlichen eine viel beachtete Rede, in der er zur Freundschaft zwischen den Ländern aufrief. Unter den Zuhörern war der junge Karl-Heinz Rieforth. Da wusste er noch nicht, dass auch er einen wichtigen Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft leisten würde.

Als Rieforth nach Kirchheim zog, um seinen Dienst im Schlossgymnasium als Französischlehrer anzutreten, wurde er kurz darauf Mitglied des Partnerschaftsausschusses Rambouillet. Die Städtepartnerschaft zwischen Kirchheim und der französischen Stadt war da gerade ein Jahr alt.

Einmal im Jahr trifft man sich

Die Vereinigung organisiert seither den Austausch zwischen Kirchheimern und Franzosen. Einmal im Jahr fährt ein Bürgerbus für drei Tage in die Partnerstadt. In einem Jahr geht es nach Rambouillet, im nächsten nach Kirchheim. Schulklassen, Sportvereine, Chöre und die Feuerwehr besuchen sich gegenseitig. Es gibt deutsch-französische Ferien, in denen Familien gemeinsam in den Urlaub fahren und Kinderfreizeiten, in denen Neun- bis Zwölfjährige ihre Ferien zusammen in einer Jugendherberge verbringen. Egal welches Alter, der Austausch betrifft alle Generationen.

Rieforth hat „die ganze Stadt“ mitgerissen, betonte Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker in ihrer Dankesrede. Dass der Austausch zwischen den Städten so gut funktioniert, ist zu großen Teilen ihm zu verdanken. Dieses Engagement sorgte dafür, dass er einer der ersten Empfänger der Bürgermedaille war, der höchsten Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement, die die Stadt Kirchheim vergibt. Sein Erfolgsrezept? Wünsche kann man ihm nicht so einfach abschlagen. „Türen halten ihn nicht auf“, erzählte Matt-Heidecker schmunzelnd. Auf ihrem Schreibtisch lagen immer alle Neuigkeiten rund um die Partnerstadt - immer ganz oben auf ihrem Papierstapel. Den Schreibtisch im Vorzimmer besetzte er wie selbstverständlich.

Die Gratulanten, die sich im Saal eingefunden hatten, lachten und nickten zustimmend bei den Anekdoten. Wer den Gratulanten kannte, der hatte keine Zweifel am Wahrheitsgehalt der Erzählungen. Und wer ihn noch nicht kannte, der konnte sich gleich selbst davon überzeugen, dass Rieforth sich seine eigenen Regeln macht. Gerade, als die Oberbürgermeisterin die Gäste einlud, sich an den aufgestellten Getränken und Snacks zu bedienen, stand Rieforth auf, trat ans Mikrofon und ließ es sich nicht nehmen, ebenfalls eine Rede zu halten.

Neben Rieforth wurde Schriftführerin Ursula Raven verabschiedet. Sie ist seit dem zehnjährigen Bestehen der Städtepartnerschaft dabei. In den über 40 Jahren hat sie ebenso wesentlich zum Austausch beigetragen. „Immer sehr leise, aber mit großem Erfolg“, erinnerte sich Matt-Heidecker. Als Frau hinter den Kulissen habe sie einfach gut getan. Raven, die Französisch studiert hat, erinnert sich besonders gerne an die Freundschaften, die bei den Besuchen gewachsen sind.

Wie eng diese sind, zeigte sich auch daran, dass 15 Gäste aus der französischen Partnerstadt angereist waren, um bei der Verabschiedung im Rathaus dabei zu sein.

Anzeige