Kirchheim

Kirchheim sucht den Super-Namen

Wettbewerb Die Benennung der neuen Eduard-Mörike-Mehrzweckhalle in Ötlingen wird zum ganz großen Thema.

Symbolbild Fragezeichen
Symbolbild

Kirchheim. In Ötlingen wird die neue Eduard-Mörike-Halle gebaut. Für Januar ist der Spatenstich vorgesehen. Aber wird dann auch tatsächlich die neue Eduard-Mörike-Halle gebaut? Und was ist überhaupt „die“ Eduard-Mörike-Halle? Diese Frage verwirrt schon seit vielen Jahren Auswärtige, die zu einer Veranstaltung nach Ötlingen kommen und verzweifelt an verschlossenen Hallentüren rütteln.

Das Problem: Auch wenn Eduard Mörike während seiner „Vikariatsknechtschaft“ nicht allzu lange in Ötlingen weilte, ist in Kirchheims größtem Teilort doch so einiges nach dem dichtenden Pfarrer benannt - darunter gleich zwei Hallen, die zum Campus der Eduard-Mörike-Schule gehören. Die eine Halle ist die alte Mehrzweckhalle, die jetzt neu erstehen soll. Die andere ist die Sporthalle aus den 1980er-Jahren.

Neu gebaut wird jetzt allerdings „nur“ die Mehrzweckhalle. An der Sporthalle ändert sich nichts - sehr zum Leidwesen des Ortsvorstehers. Immerhin ließ sich Hermann Kik das Versprechen geben, dass im Zuge einer ohnehin vorgesehenen Überplanung der Sporthalle auch der Verpflegungsbereich mit untersucht wird.

Zurück zur Mehrzweckhalle: Obwohl diese den wesentlich älteren Anspruch auf den Namen „Eduard-Mörike-Halle“ hat, will die Stadt nun auf Antrag der CDU-Fraktion einen neuen Namen für die Halle suchen lassen. Das hält sogar Ortsvorsteher Kik für eine „sinnvolle Idee“ - wegen der bereits beschriebenen Schwierigkeiten, bei Namensgleichheit die gewünschte Halle zu finden.

Werbung auf allen Kanälen

Allerdings scheint das Konzept für die Namensfindung beinahe üppiger dimensioniert zu sein als der Neubau selbst: Vom 16. Dezember bis zum 2. Februar können alle Interessierten ihre Namensvorschläge einreichen. Damit auch genügend Vorschläge eingehen, wird die Aktion auf allen erdenklichen Kanälen beworben. Vom 17. bis 21. Februar sortiert eine neunköpfige Jury - einschließlich zweier nicht stimmberechtigter Berater - die gänzlich unbrauchbaren Vorschläge aus. Über die restlichen Vorschläge kann die Öffentlichkeit abstimmen - vom 2. bis 22. März. Am 29. April soll dann der Gemeinderat den endgültigen Namen festlegen. Im Sommer erhalten die Einreicher der drei erfolgreichsten Vorschläge Preise im Gesamtwert von 500 Euro.

Angesichts dieses Programms sagte Stadtrat Ralf Gerber (Freie Wähler) im Ausschuss für Bildung, Soziales und Bürgerdienste: „Wir beugen uns gerne dem Wunsch des Ortschaftsrats nach einer Umbe­nennung. Aber trotzdem fragen wir uns, ob wir wegen einer Namensfindung einen solchen Aufwand betreiben müssen.“ Andreas Volz

Anzeige