Kirchheim

Kirchheim weiß, was Wohnen kostet

Mietspiegel Der Verwaltungsgemeinschaft liegen jetzt erstmals eigene Zahlen zur ortsüblichen Miete vor.

Symbolbild

Kirchheim. Jahrelang war er gefordert worden, jetzt liegt er endlich vor: der qualifizierte Mietspiegel für Kirchheim. Mit im Boot sind auch die beiden anderen Kommunen der Verwaltungsgemein- schaft, Dettingen und Notzingen. „Qualifiziert“ ist der Mietspiegel deswegen, weil er nach wissenschaftlichen Kriterien erstellt wurde. Einstimmig abgesegnet haben ihn nach mehr als zwei Jahren Arbeit die Mitglieder des Arbeitskreises Mietspiegel, zu denen etliche örtliche Akteure zählen - unter anderem der Mieterbund sowie Haus & Grund.

Die Zahlen, die der Mietspiegel nun angibt, bedürfen allerdings der Interpretation. Wer etwa die Basiszahlen anschaut, wird sie im Vergleich zur Realität als zu niedrig empfinden. Wie Silvia Oesterle, die Leiterin der Abteilung Gebäude und Grundstücke, nun im Kirchheimer Ausschuss für Infrastruktur, Wirtschaft und Umwelt erläuterte, handelt es sich um die Durchschnittswerte der letzten sechs Jahre, also nicht um die tagesaktuellen Mieten. Außerdem seien Zu- und Abschläge zu berücksichtigen, die sich durch Komponenten wie Lage, Ausstattung, Energetik oder Lärm ergeben. Wenn das zu Zuschlägen führt, steigen die Mieten gegenüber der Basiszahl entsprechend. Außerdem gilt eine Spannbreite von 15 Prozent mehr oder weniger als dem Durchschnitt immer noch als „ortsübliche Miete“.

Ein weiterer Kritikpunkt am Kirchheimer Mietspiegel war zunächst die geringe Rücklaufquote von etwa fünf Prozent. Allerdings sind solche Quoten durchaus gängig. Weil aber auch Haus & Grund anfänglich Zweifel an den niedrigen Zahlen hegte, gab es noch eine weitere Befragung, speziell der eigenen Mitglieder - was zu weiteren rund fünf Prozent Rücklauf führte. Ergebnis: Gegenüber den zunächst ermittelten Zahlen reichten die Abweichungen von null Prozent in Dettingen bis zwei Prozent in Kirchheim.

Welche Zahlen gibt es nun konkret? Zwei Beispiele stellte Silvia Oesterle vor: Für 100 Quadratmeter Neubau, etwa im Steingau-Quartier, gibt der Mietspiegel eine Spanne von 9,46 bis 12,80 Euro für den Quadratmeter vor. Für das Baujahr 1920 in städtischer Randlage wiederum reicht sie von 7,74 bis 10,47 Euro.

Was Mieten und Mieterhöhungen betrifft, erhoffen sich die Kommunen vom Mietspiegel, der alle vier Jahre fortzuschreiben ist, Rechtssicherheit und Rechtsfrieden. Bisher wurde der Esslinger Mietspiegel als vergleichbar herangezogen. Dass dieser Vergleich berechtigt war, hat sich jetzt durch den „eigenen“ Mietspiegel erwiesen. Silvia Oesterle sagt dazu: „Wir liegen sehr nahe am Esslinger Mietspiegel. Bei den großen Wohnungen ist es in etwa gleich. Nur bei den ganz kleinen Wohnungen liegt Esslingen deutlich höher.“ Andreas Volz

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