Kirchheim

Kirchheim will Diensträder leasen lassen

Mobilität Bis 2024 sollen rund 400 städtische Mitarbeiter hauptsächlich per Fahrrad unterwegs sein – dienstlich wie privat.

Kirchheim. Was macht einen attraktiven Arbeitgeber aus? Er sorgt dafür, dass sein Personal mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen kann. So zumindest stellt es die Stadt Kirchheim dar, die sich nun vom Gemeinderat absegnen ließ, in den kommenden fünf Jahren insgesamt bis zu 560 000 Euro für ein Dienstrad-Leasing ausgeben zu können: „Das kann dazu führen, dass wir gutes Personal bekommen oder halten“, sagte Thomas Bantzhaff, der städtische Mobilitätsplaner.

Auch weitere, grundsätzliche Vorteile des Fahrrads zählte er auf: „Es trägt zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit bei, und außerdem ist es innerstädtisch oft die bessere Alternative zum Auto.“ Um also der Stadt und deren Personal all diese Vorteile zukommen lassen zu können, wird noch im laufenden Jahr mit 20 Rädern begonnen. 2021 bis 2023 sollen jeweils 100 geleaste Diensträder hinzukommen, 2024 sind noch einmal 80 vorgesehen. Der Bestand läge dann bei 400. Die Stadt will die Kosten zu 75 Prozent bezuschussen, mit maximal 40 Euro pro Monat und Rad, angelegt auf eine Laufzeit von 36 Monaten.

Auf die Ökobilanz achten

Fast alle Redner im Gemeinderat waren von der Idee angetan. Stadtrat Andreas Banzhaf (Freie Wähler) hatte lediglich Bedenken, sollte der alleinige Leasing-Partner, den es noch zu suchen gilt, nicht aus der Region stammen: „Wenn ein Händler aus Hamburg den Zuschlag erhält und die Räder zur Wartung quer durch die Republik gefahren werden, fällt die Ökobilanz nicht mehr positiv aus.“

Allein Thilo Rose (CDU) fragte sich: „Warum müssen wir etwas subventionieren, was die Leute ohnehin machen? Es ist doch Privatsache, wie jemand von der Wohnung zur Arbeit kommt.“ Es gelte, den Ergebnis-Haushalt der Stadt nicht noch zusätzlich mit bis zu 150 000 Euro im Jahr zu belas­ten. „Fachkräfte zu bekommen, ist sicher nicht leicht. Aber so schaffen wir das auch nicht. Wir sollten bei einer verkehrsmittelunabhängigen Bezuschussung bleiben.“

Heinrich Brinker (Linke) verwies auf den Beitrag zur Verkehrswende, und Grünen-Stadträtin Sabine Lauterwasser zufolge passt das Dienstfahrrad-Leasing gut zu einer fahrradfreundlichen Kommune. Trotzdem gebe es noch ein großes Manko: „Wir brauchen mehr Stellplätze für Fahrräder.“

Für Finanzbürgermeister Stefan Wörner sind die 560 000 Euro für Dienstfahrräder zwar viel Geld. „Aber angesichts von 35 Millionen Euro Personalkosten im Jahr ist es nur ein kleiner Beitrag zur Motivation unserer Mitarbeiter.“ Das Gremium sah das auch so und stimmte mit großer Mehrheit zu, die Stadt durch Dienstrad-Leasing zu attraktivieren. Andreas Volz

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