Kirchheim

Kirchheimer Eltern freut’s: Kaffeetrinken mit Wusel-Faktor

Erfolgsgeschichte In weniger als einem halben Jahr hat sich das Elterncafé in der Kirchheimer FBS ein treues Stammpublikum erarbeitet. Neben Gemütlichkeit geht es auch um Erziehungstipps.

Bei der FBS treffen sich Mütter mit Ihren Kindern und Babys zum Elterncafé.  Foto: Carsten Riedl

Paul dreht versonnen an den Knöpfen des kleinen Holzherdes und schaut seine Mutter stolz an. „Für mich ist es total passend, dass wir einfach kommen dürfen, uns nicht anmelden müssen und auch mal spontan entscheiden dürfen, nicht zu kommen. Letzte Woche ist er um 13.30 Uhr eingeschlafen und hat dann gute zwei Stunden geschlafen. Da war es dann natürlich zu spät für das Elterncafé. Die Zeit, in der er geschlafen hat, habe ich trotzdem sehr genossen.“

Die Mutter lächelt. Um sie herum wuselt und krabbelt es. Die Kleinen erkunden den Raum, die Mamas sitzen entspannt auf dem Teppich und tauschen sich aus. Es ist wieder voll geworden im Elterncafé der FBS. „Der Wunsch, ein solches Angebot zu gestalten, ist schon lange in uns gewachsen, und Anfang des Jahres konnten wir tatsächlich starten. Das Konzept stand, die Finanzierung war für den Start gesichert und die Räume entsprechend hergerichtet. Zum ersten Termin erschienen dann gleich neun Eltern mit zwölf Kindern. Das hat uns total überrascht und uns gezeigt, dass wir mit dem Angebot ins Schwarze getroffen haben“, erklärt Stefanie Sieger, Projektverantwortliche der FBS.

Seither kommen immer zwischen 10 und 20 Eltern mit den Kindern. Oft kommen auch die Geschwisterkinder mit, was aufgrund der räumlichen Situation kein Problem ist.“ Ob das Thema Schlaf, die ersten Autonomieausbrüche des Kindes oder Geschwis­terkonflikte die Eltern beschäftigen – im Elterncafé ist der Raum vorhanden, um sich darüber auszutauschen. Neben Stefanie Sieger sind Jana-Maria Rietzschel und Heike Krohmer als Ansprechpersonen dabei. Alle drei verfügen über unterschiedliche fachliche Zugänge zum Thema frühkindliche Bildung und Bindung und bieten als Team das Rundum-sorglos-Paket zu allen Themen, die Eltern in den ersten Lebensjahren des Kindes beschäftigen können.

 

Termin mit Themen-Schwerpunkt

„Jeder Termin hat einen fachlichen Schwerpunkt, den wir im Vorfeld auch kommunizieren. Wir geben dann während des Cafés einen kurzen fachlichen Input dazu und im Anschluss ist viel Zeit und Raum, um individuelle Fragen zu klären“, führt Heike Krohmer aus. Sie selbst ist Erzieherin und hat sich auch aufgrund der eigenen drei Kinder auf das frühe Kindesalter spezialisiert. Dieser Mix aus Begegnung, Begleitung und Beratung scheint gut anzukommen. „Zu Beginn haben wir das ganze zu zweit konzipiert. Als aber das erste Mal 21 Eltern mit 24 Kindern da waren, war uns klar, dass wir das zu zweit nicht stemmen können. Wir wollen ja auch die Zeit haben, auf die individuellen Themen der Eltern eingehen zu können. Deshalb sind wir total froh und dankbar, dass Heike noch zu uns gestoßen ist. Zum Glück können wir das aus den aktuellen Projektmitteln leisten“, sagt Jana Maria Rietzschel, selbst Sozialarbeiterin, Familienberaterin und Mutter zweier Kinder.

„Wie eigentlich immer im sozialen Bereich ist die Finanzierung eines solchen Projektes eine Herkulesaufgabe. Wir wollen einen niederschwelligen Zugang ermöglichen und das Ganze kostenfrei für die Familien anbieten. Das bedingt, dass wir einen Geldtopf im Hintergrund haben, aus dem wir dieses Angebot finanzieren können. Die Personal- und Materialkosten entstehen ja und können nicht über Einnahmen refinanziert werden. Im Moment sind wir da bis zum 30. Juni noch gut versorgt. Danach laufen die Projektgelder aus und wir haben zur Zeit noch keine Folgefinanzierung. Wir freuen uns deshalb auch über Spenden, die unser Töpfchen wieder füllen“, sagt Michaela Göhler-Bald, Leiterin der FBS. pm

 

Info Das Elterncafé mit Herz findet jeden Dienstag von 14 bis 16 Uhr im Vogthaus statt. Alle vier Wochen gibt es samstags von 9 bis 11 Uhr auch einen Papatreff im Vogthaus.