Kirchheim

Klima schützen schont den Geldbeutel

Energie Einsparpotenziale beim Strom sind in Privathaushalten noch lange nicht ausgeschöpft. Der Klimaschutz-beauftragte Sascha Mohnke gibt Tipps, wie sich im Alltag ganz einfach Energie sparen lässt. Von Daniela Haußmann

Wo im Haushalt die richtigen Stellschrauben liegen, um effektiv Energie zu sparen, weiß Sascha Mohnke.Foto: Daniela Haußmann
Wo im Haushalt die richtigen Stellschrauben liegen, um effektiv Energie zu sparen, weiß Sascha Mohnke.Foto: Daniela Haußmann

Deutschland ist weltweit der fünftgrößte Energieverbraucher. Rund ein Viertel der Energie geht nach Angaben des Umweltbundesamtes auf das Konto von Privatpersonen. Energie zählt zu den wichtigsten Ressourcen. Ihre Nutzung ist wirtschaftlich und ökologisch betrachtet von großer Bedeutung. Denn im Haushalt Energie zu sparen, ist gut fürs Klima und schont das Portemonnaie. Die Potenziale, die sich in diesem Bereich auftun, sind laut Sascha Mohnke längst nicht ausgeschöpft.

„Das Bewusstsein, Energie zu sparen, ist bereits vorhanden“, so der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Kirchheim. „Aber nicht immer sind die Ansatzpunkte klar.“ Wo lässt sich mit welchen Maßnahmen am meisten sparen? „Es ist durchaus sinnvoll, bei der Beleuchtung auf LED zurückzugreifen“, räumt der Experte ein und betont: „Doch gemessen am Gesamtenergieverbrauch eines Haushaltes fällt deren Anteil mit einem Prozent gering aus.“

In der kalten Jahreszeit wird kräftig geheizt. Wer am Thermostat dreht, sollte daran denken, dass die Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad eine Heizölersparnis von sieben Prozent bringt. „Zeitschaltuhren sind wertvolle Helfer“, sagt Sascha Mohnke. „Denn der Heizkörper muss keine Höchstleistungen erzielen, wenn die Wohnung den ganzen Tag leer steht.“ Außerdem rät der Experte, keine Wäschestücke auf die Heizung zu legen, das behindert die Zirkulation. „Fenster sollten in der Nacht verdunkelt werden, denn sie haben einen höheren Wärmedurchgangswert als Mauern.“

Auf den Elektroherd entfallen rund 445 Kilowattstunden in einem Dreipersonenhaushalt pro Jahr. „Das macht etwa 85 Euro aus“, berichtet Sascha Mohnke. Laut Umweltbundesamt lässt sich mit Schnellkochtöpfen bis zu 50 Prozent an Zeit und Energie sparen. Töpfe und Pfannen sollten zur Größe der Kochplatte passen. „Mit geschlossenem Deckel zu kochen, senkt den Energieverbrauch“, so Mohnke, der dazu rät, „die höchste Garstufe am Herd nur anfangs zu wählen und anschließend den Regler zurückzustellen“.

Da Kühlschränke ständig in Betrieb sind, zählen sie zu den Spitzenreitern beim Stromverbrauch. Neuanschaffungen mit Energieeffizienzklasse A schonen langfristig den Geldbeutel und reduzieren den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß. „Den Regler im Kühlschrank auf sieben Grad zu stellen, ist ausreichend“, sagt Sascha Mohnke.

Auch ein Zeitsparprogramm beim Wäschewaschen zu wählen, hat durchaus Vorzüge. „Doch je kürzer die Maschine in Betrieb ist, desto weniger kann das Waschmittel wirken“, weiß Sascha Mohnke. „Ökoprogramme zu nutzen oder bei maximal 60 Grad zu waschen ist in Sachen Energiebilanz und Klimaschutz deutlich nachhaltiger.“ Hausbesitzer können auch die Heizanlage so einstellen, dass sie nur in den Zeiten warmes Wasser liefert, in denen es benötigt wird. „Darüber hinaus lassen sich mit Sparduschköpfen und Durchflussreglern jährlich bis zu 300 Euro an Kosten in diesem Bereich einsparen“, sagt Mohnke. Er betont: „Die Zahl der Einpersonenhaushalte steigt. Mit Blick auf den Klimaschutz gewinnt die Nutzung von Einsparpotenzialen in den eigenen vier Wänden an Bedeutung.“

Stadt hilft beim Energiesparen

Die kostenlose Beratung der Energieagentur hilft, effektive Energiesparmaßnahmen einzuleiten und findet zweimal monatlich im technischen Rathaus statt. Außerdem gibt es bei der Stadtverwaltung ein Klima-Starter-Paket für Neubürger. dh

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