Kirchheim

Kommentar: Die Stadt als Bauträger

Am 18. Februar hatte das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt. Symbolbild
Am 18. Februar hatte das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt. Symbolbild

Kirchheims Stadträte tun gut daran, wenn sie die Kosten für öffentliches Bauen hinterfragen. Oft genug gab es Fälle, in denen Gebäude am Ende fast doppelt so teuer waren als geplant. Insofern ist es nur konsequent, auch bei den Gebäuden zur Anschlussunterbringung auf den Kostenrahmen zu achten.

Inwieweit hier der Vergleich mit freien Bauträgern sinnvoll ist, sei dahingestellt. Aber für Laien - und das sind Gemeinderäte gemeinhin - ist die Frage durchaus naheliegend, ob die Stadt Kirchheim nicht weitaus kostengünstiger bauen können müsste als ein kommerzieller Bauträger. Dafür spräche vor allem die Tatsache, dass die Stadt ja gerade darum ihre eigenen Grünflächen bebaut, um sich den Grundstückskauf zu sparen.

Zwar baut die Stadt für die Unterbringung von Flüchtlingen - oder zu einem späteren Zeitpunkt auch für die Unterbringung von anderen Obdachlosen - nicht in der Erwartung, anschließend einen möglichst hohen Gewinn abzuschöpfen. Vielmehr geht es ihr darum, ihrer Pflicht nachzukommen. Aber aus genau diesem Grund muss die Stadt auch keine hohen Standards ansetzen, um die Wohnungen mit Gewinn verkaufen zu können.

So fehlen in der Kitteneshalde - wie auch im Hafenkäs, auf der Klosterwiese oder hinter der Jesinger Gemeindehalle - beispielsweise die Balkone, von Kellern oder Tiefgaragen ganz zu schweigen. Die Schlussfolgerung, dass die Quadrat- oder auch die Kubikmeterpreise entsprechend günstiger sein müssten, ergibt sich da quasi von selbst.

Sollte dieser Schluss ein Trugschluss sein, ist nun die Verwaltung gefordert, das zu beweisen: Sie muss Zahlen vorlegen und Gründe dafür angeben, warum gewisse Leistungen einfach nicht günstiger zu kriegen sind - Honorare für Architekten und weitere Ingenieurbüros inklusive.

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