Kirchheim

Handeln statt hetzen

Ja, es ist ein hoher Aufwand, den der Landkreis mit seinem jetzt vorgestellten Konzept zur Integration von Zuwanderern betreibt. Und ja, es wird Geld kosten. Geld, das gut angelegt ist. Weil es mehr sozialen Frieden ermöglicht und weit höhere Kosten vermeiden kann. Kosten die dann entstehen, wenn Menschen, die fremd sind in diesem Land, allein gelassen werden. Fast jeder dritte Kreisbewohner unter 18 Jahren hat seine Wurzeln nicht in Deutschland. Das ist kein Zukunftsgemälde und keine vage Prognose auf Grundlage aktueller Flüchtlingszahlen. Das ist die Realität. Jetzt und heute. Wenn Fachleute von Integration als dem zentralen Zukunftsthema in Politik und Gesellschaft reden, dann wissen sie, dass es für Grundsatzdebatten darüber längst zu spät ist. Die Menschen sind da, weitere werden kommen, und sie werden gebraucht.

Der Kreis Esslingen ist einer der reichsten im Land. Die Arbeitslosenquote eine der niedrigsten im Vergleich. Was fehlt, um diesen Wohlstand zu sichern, sind Auszubildende und Fachkräfte in einer florierenden Wirtschaft. Darin sind sich alle Ökonomen einig. Zuwanderung als reinen Wirtschaftsfaktor zu betrachten indes wäre zynisch. Menschen in Not die Chance auf eine Existenzgrundlage und auf gesellschaftliche Teilhabe zu eröffnen, ist ein Gebot der Menschlichkeit. Miteinander statt nebeneinander. Wer keine Parallelwelten in dieser Gesellschaft haben möchte, wer verhindern will, dass wahr wird, was rechte Hetzer prophezeien, der muss entschlossen handeln. Der Landkreis tut das. Gut so.

BERND KÖBLE

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