Kirchheim

Kommentar: (Luxus-)Problem gelöst

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Symbolbild: Jean-Luc Jacques

Müssen wir Deutschen krank sein: 18 Mal gehen wir im Jahr zum Arzt und sind damit spitze. Die Dänen beispielsweise haben ein Drittel an Arztkontakten und leben genauso lang.

Was sagt die hohe Zahl an Arztkontakten? Unter anderem, dass wir uns einer hervorragenden Versorgung erfreuen und nahezu jeder ungehindert zum (Fach-)Arzt gehen kann. Heute schon ist es üblich, dass der Hausarzt auf der Stelle zum Hörer greift, um für seinen Patienten einen Termin beim Facharzt auszumachen - sofern medizinisch dringlich. Das allein ist der Knackpunkt: Ein Sehtest beim Augenarzt, der eh schon seit zwei Jahren ansteht, kann weitere sechs Monate warten, die Darmspiegelung als reine Vorsorgeuntersuchung hat Zeit.

Ziel muss sein, denjenigen schleunigst Zugang zu den hervorragenden medizinischen Ressourcen zu sichern, die sie auch brauchen. Hier wirkt das neue Gesetz mit, indem es die Lotsenfunktion des Hausarztes stärkt. Bleibt zu hoffen, dass so mehr Termine für wirklich Kranke frei werden und unsinnige Facharztbesuche und Wiederholungstermine entfallen. Und all das, ohne noch mehr Bürokratie zu schaffen möglichst. Dann wäre ein Luxusproblem, um das uns viele Völker dieser Welt beneiden, ein Stück weit gelöst. Irene Strifler

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