Kirchheim

Kommentar: Schnell aktiv werden

Foto: Carsten Riedl

Drei Jahre ist es her, dass der Dettinger Weg zum Sanierungsgebiet erklärt wurde. Im Vorfeld hatte die Stadt damals die Anwohner befragen lassen, um Meinungen, Bedürfnisse und Wünsche für die Zukunft abzuklopfen. Ein wichtiges Thema war die Nahversorgung. Einige Teilnehmer der Umfrage lobten die vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten, andere hofften auf deren Erhalt oder wünschten sich sogar noch mehr Läden. Jetzt steht die Existenz des Teckshops, dem einzigen Lebensmittelladen in dem Gebiet, auf der Kippe.

Mit einer Unterschriftenaktion wollen die Anwohner darauf aufmerksam machen, dass sie auch künftig einen Einkaufsladen in ihrem Stadtteil brauchen. Die Norma-Filiale in der Tannenbergstraße ist für viele zu weit weg. Im Notfall - so die Forderung der Anwohner - solle die Stadt dafür sorgen, dass die Nahversorgung gesichert ist.

Nun kann die Stadt weder selbst einen Lebensmittelmarkt eröffnen, noch kann sie ein Unternehmen dazu bringen, einen Laden zu eröffnen. Aktiv werden muss die Verwaltung trotzdem. Es gilt, unterschiedliche Konzepte einer möglichen Nahversorgung in Erwägung zu ziehen und zu klären, ob der Standort für ein Wirtschaftsunternehmen überhaupt in Frage kommt. Diskutiert werden muss auch, ob die Kommune eventuell eine Anschubfinanzierung gewähren und damit für attraktivere Startbedingungen sorgen könnte. Wartet die Stadtverwaltung damit zu lange, könnte bei den Anwohnern der Eindruck entstehen, dass der Dettinger Weg eben doch als Stadtteil zweiter Klasse gesehen wird. Bianca Lütz-Holoch

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