Kirchheim

Kranke Eschen müssen fallen

Natur Im Talwald Kirchheim sind mehrere Bäume in der Nähe der Bürgerseen krank. Die Triebe der Eschen sterben ab.

Die Eschen leiden am sogenannten Trieb-Sterben und müssen deshalb gefällt werden. Foto: pr
Die Eschen leiden am sogenannten Trieb-Sterben und müssen deshalb gefällt werden. Foto: pr

Kirchheim. Kranke Eschen im Talwald müssen nach Angaben des Forstamtes des Landkreises Esslingen im Laufe der Woche gefällt werden. Die Bäume leiden unter dem sogenannten Eschentriebsterben, das seit einigen Jahren in Deutschland grassiert.

Die Baumart ist in ihrer Exis­tenz gefährdet. Auslöser ist ein aus Asien eingeschleppter Pilz, das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“. Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf sterben immer mehr Äste und Kronenteile ab und auch die Wurzeln werden angegriffen. Die Bäume werden zunehmend instabil, können ohne Vorwarnung umkippen und stellen somit eine Gefährdung dar. Deshalb werden befallene Bäume entnommen. Ein Arbeitsschwerpunkt liegt in der Nähe von Wegen.

Bei sämtlichen Eingriffen in Eschenbeständen ist wegen des hohen Anteils toter Äste in der Baumkrone erhöhte Vorsicht geboten. Je weiter die Krankheit bei den Eschen voranschreitet, des­to gefährlicher wird die Waldarbeit. Zum Schutz der Waldarbeiter kommt im Talwald darum eine Vollerntemaschine zum Einsatz, wodurch herabfallende Dürräste nicht zur tödlichen Gefahr werden. Dabei sitzt der Maschinenführer in einer schützenden Kabine. Die Maschine gewährleistet nicht nur eine sichere Aufarbeitung, sondern schont durch ihre breite Bereifung auch den Boden. Wo kein Vollernter-Einsatz möglich ist, kommen Techniken zum Einsatz, die einen sicheren Abstand zwischen Waldarbeiter und Baum ermöglichen, zum Beispiel durch funkgesteuerte Keile, die die Bäume umdrücken.

Bereits im Kirchheimer Walddistrikt „Härling“ mussten in diesem Winter viele instabile Eschen entlang von Wegen gefällt werden. „Da entstehen Waldbilder, die wir uns nicht gewünscht haben“, betont die Leiterin des Kreisforstamtes, Cordula Samuleit. Man sei aus Sicherheitsgründen jedoch zum Handeln gezwungen. Ein Zaudern verschärfe die Sicherheitsproblematik in den Folgejahren. Dass die Esche als Baumart verlorenzugehen drohe, sei aus Sicht der Forstleute sehr schmerzlich. In Wäldern, wo die Eschen einen großen Anteil haben, entstehen dadurch sichtbare Lücken, die sich mit der Zeit durch Naturverjüngung oder durch Wiederaufforstungen wieder schließen.pm

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