Kirchheim

Krebspest im Trinkbach ausgebrochen

Tierseuche Im Trinkbach auf Höhe Jesingens sterben zurzeit zahlreiche Krebse. Eine Gefahr für Menschen besteht nicht.

Kirchheim. Im Trinkbach auf Höhe Jesingens ist die Krebspest ausgebrochen. Bei der Krebspest, einem Eipilz, handelt es sich um eine Tierseuche aus Nordamerika, die für die drei heimischen Flusskrebsarten Edelkrebs, Dohlenkrebs und Steinkrebs tödlich verläuft. Eine Gefahr für Menschen und andere Tiere besteht laut einer Pressemitteilung aber nicht.

Es sind bereits zahlreiche heimische Edelkrebse an der Seuche im Trinkbach gestorben. Die Krebspest stellt dadurch eine Gefahr für das gesamte Einzugsgebiet der Lindach dar. Damit ist einer der größten Bestände an heimischen Edel- und Steinkrebsen im Landkreis Esslingen bedroht.

Die winzigen Sporen der Krebspest befinden sich im Wasser des Trinkbaches und in den bachabwärts folgenden Abschnitten der Lindach und der Lauter. Die Sporen können durch Kontakt mit Kleidung oder Tieren rasch in andere Gewässer übertragen werden. Um eine weitere Ausbreitung der Seuche in den Fließgewässern zu vermeiden und die weiteren Bestände der heimischen Edel- und Steinkrebse im Einzugsgebiet der Lindach vor einer Infektion zu schützen, führt das Regierungspräsidium Stuttgart mit dem Landratsamt und der Stadt Kirchheim unterschiedliche Schutzmaßnahmen durch. So werden vor allem im Bach vorübergehende Sperren im Gewässer eingebaut, um zu verhindern, dass infizierte Krebse weiter bachaufwärts gelangen können.

Die Bürger können sich aktiv am Schutz der heimischen Krebsbestände beteiligen, indem sie bis auf Weiteres den Trinkbach sowie die Lindach, die Gießnau, den Jauchertbach und den Seebach nicht betreten, um eine Verschleppung zu vermeiden. Aus diesem Grund sollen auch Hunde von den Bächen ferngehalten werden, damit die Krebspestsporen nicht durch das nasse Fell übertragen werden können. pm

Vom Aussterben bedroht

Heimische Flusskrebse sind vom Aussterben bedroht und daher geschützt. Die Bestände in Europa sind in den vergangenen Jahrzehnten massiv eingebrochen. Die größte Bedrohung für heimische Flusskrebse geht von gebietsfremden Flusskrebsarten aus Nordamerika aus, die der Mensch in die Gewässer gebracht hat. Diese Arten breiten sich massiv aus und verdrängen aufgrund ihrer Größe, Aggressivität und ihrer höheren Fortpflanzungsrate die heimischen Arten. Zudem übertragen sie die Krebspest, gegen die sie selbst immun sind. Das Regierungspräsidium Stuttgart lässt seit dem Jahr 2014 intensiv die Flusskrebsbestände im Regierungsbezirk erfassen und geeignete Schutzmaßnahmen entwickeln sowie umsetzen.

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