Kirchheim

„Krokodil“ geht wieder an den Start

Ehemaliger Kirchheimer Kult-Club in der Paradiesstraße ist komplett umgebaut

Am 2. September öffnet das Kirchheimer „Krokodil“ wieder. Die einstige Kult-Bar will sich zum „angesagten Club“ in der Region mausern.

Innenansichten vom neuen „Krokodil“ gibt es erst bei der Eröffnung in zwei Wochen.Foto: Andrea Barner
Innenansichten vom neuen „Krokodil“ gibt es erst bei der Eröffnung in zwei Wochen.Foto: Andrea Barner

Kirchheim. Seit mehr als einem Jahr schuften die beiden Kirchheimer Brüder Tuncay und Turgay Aydin an der Umgestaltung des „Krokodils“. Das Kellerlokal wird künftig komplett anders aussehen als die von vielen einst kurz „Kroko“ genannte Bar. Sie war schon Ende der 70er- und in den 80er-Jahren Anlaufstelle für Nachtschwärmer aus der ganzen Region.

Nachdem der ursprüngliche Pächter Alexander (Aki) Weyhmüller die Gaststätte aufgegeben hatte und nachdem auch die Zeit des „Keltic Krok“ abgelaufen war, hieß es „Joy-Inn“. Viele Stammgäste gingen da schon nicht mehr hin, der Ruf des Clubs hatte nach dem Pächterwechsel schwer gelitten. Seit einigen Jahren war es geschlossen.

Tuncay Aydin will sich mit dem neuen „Krokodil“ einen lang gehegten Traum erfüllen. „Mir geht’s vor allem um die Musik“, sagt er. „Die Leute sollen die Atmosphäre genießen und den Alltagsstress vergessen können.“ Wechselnde DJs und Livebands werden dafür sorgen, dass sich junge Leute, ab 21 Jahren, wohlfühlen. „Altersmäßig gibt es nach oben natürlich keine Grenzen“, sagt sein Bruder und Kompagnon Turgay und rechnet damit, dass sich auch ehemalige Stammgäste des alten Krokodils wieder regelmäßig einfinden.

Die allerdings werden sich erstaunt die Augen reiben. Das Kellergeschoss hat sich vom eher rustikalen Stil der späten 70er mit Holzmöbeln und -verkleidungen komplett verabschiedet. Sehr cool, fast schon spartanisch eingerichtet ist es, mit schwarzen, leicht erhöhten Sitzbänken und wenigen Stehtischen, ergänzt durch ein paar Lümmelsofas zum „Chillen“ in der abgeteilten Krokodil-Lounge. Neben den kubischen Möbelelementen sorgt vor allem die dynamische indirekte Lichtgestaltung für Stimmung im Raum, das heißt: Es gibt viele LED-Leuchtflächen, die im ganzen Raum angenehme Farbwechsel erzeugen.

Zwei Bars stehen drin sowie eine hochwertige DJ-Anlage direkt neben einer nicht zu großen Tanzfläche. „Wir lieben Musik“, sind sich die Aydins einig, „wir wollen nichts Extremes, sondern eine Mixed Music, die allen gefällt“. Musik, die für Stimmung sorgt und Laune macht – das reiche von Schlager und Charthits, Housemusik bis hin zu Spezialabenden für ausgefallenere Geschmäcker. Was die Musik angeht, wollen die neuen Eigentümer kein Risiko eingehen. „Hauptsache, die Atmosphäre stimmt“, sagt Tuncay Aydin, dessen persönliches Lieblingsstück „Verdammt, ich lieb dich“ von Matthias Reim ist, „das wird sich in den ersten Monaten ganz nach den Wünschen der Gäste einpendeln.“

Bis zu 280 Leute passen in das neue „Krokodil“. Eine aufwendige Belüftung wurde eingebaut, und natürlich darf nur draußen geraucht werden. „Mit vielen Auflagen seitens der Behörden hatten wir nicht gerechnet, aber wir haben natürlich alle erfüllt“, seufzt Turgay Aydin über die hohen Sicherheitsstandards, die den Umbau deutlich verteuert haben. Wegen des Brandschutzes gibt es noch einen zweiten Ausgang. Die Toiletten wurden neben dem Foyer komplett neu eingebaut. In alten Zeiten befanden sich die Eingänge dazu im Gastraum, so etwas will heutzutage keiner mehr. Das Lokal verfügt wie früher über einen eigenen Parkplatz vor der Haustür. „28 Stellplätze sollten ausreichen, denn die meisten unserer Gäste werden ohne Auto kommen“, vermuten die Aydins und verweisen auf die nahe S-Bahn sowie Taxis.

Vor der Eröffnungsparty am 2.  September ist noch einiges zu tun. Der meiste Stress und Aufwand liegt jedoch schon hinter den beiden Brüdern. Sie haben laufend mit Architekten, Raum- und Soundexperten und Handwerkern zusammengearbeitet, jedoch auch vieles selbst gemacht: „Fünf Mal haben wir die Wände gestrichen, bis wir den richtigen Farbton hatten“. Verschiedene Installationen hat der gelernte Flaschner Turgay selbst durchgeführt. „Egal in welcher Bauphase wir uns gerade befanden, wir haben es nie bereut“, schnaufen die Club­betreiber jetzt erst mal durch, „auch wenn es zwischendurch manchmal ganz schön schwierig für uns war.“

Das Krokodil wird, so ist der Plan, donnerstags, freitags und samstags gepflegt Party machen, von 21 Uhr an bis morgens früh um 5.

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