Kirchheim

Künstler suchen mit „Eigenwege“ ihre eigenen Wege

Kunst Die Ausstellung „Eigenwege“ im Kornhaus ist eröffnet. Im Fokus stehen dabei druckgrafische Techniken.

Die Ausstellung bietet eine Vielfalt an Druckgrafik.Foto: Markus Brändli
Die Ausstellung bietet eine Vielfalt an Druckgrafik.Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Seit Sonntag ist im Kirchheimer Kornhaus die Ausstellung „Eigenwege“ zu sehen. Im Mittelpunkt steht dabei das Mappenwerk, das Professor Volker Lehnert und Studierende der Stuttgarter Kunstakademie im Sommer dieses Jahres erarbeiteten. Darin enthalten sind 19 Arbeiten in den verschiedenen druckgrafischen Techniken vom Holzschnitt über Lithografie, Radierung und Serigrafie bis hin zum Digitaldruck. Ergänzt wird das Mappenwerk durch Malerei und Zeichnungen der beteiligten Künstler, die ihren individuellen Weg in der Kunst aufzeigen.

Nach der Begrüßung durch Florian Stegmaier, dem die Förderung junger Künstler ein großes Anliegen ist, führte Volker Lehnert in die Ausstellung ein - sichtbar erleichtert, dass nach einer hektischen Woche des Aufbaus die „Last-minute-Ausstellung“ rechtzeitig fertiggestellt wurde. Er beschrieb die Aufgabe, die den Studierenden seiner Grundklasse und anderen Klassen gestellt worden war: eine druckgrafische Arbeit für eine gemeinsame Mappe herzustellen. Volker Lehnert erklärte dabei die einzelnen Arbeiten der Studenten. Er begann mit der Beschreibung des archaischen Verfahrens des Holzschnitts - die Voraussetzung der Papierherstellung. Die Herstellung von Radierungen, etwa 500 Jahre alt, war hingegen die bevorzugte Drucktechnik von acht Künstlern. Die Lithografie und das Steindruckverfahren wurden circa im Jahr 1800 erfunden und bestimmte die Vorgehensweise von vier weiteren Studierenden.

Der Siebdruck, auch Serigrafie genannt, ist das jüngste Druckverfahren und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Mit dem Siebdruck ist es möglich, glatte und unebene Materialien zu bedrucken. Damit beschäftigten sich drei Künstler. Lehnert bedankte sich zum Abschluss seiner Rede bei allen, die sich für diese Ausstellung engagiert haben. Er betonte, dass die druckgrafischen Arbeiten deshalb so interessant seien, weil die jungen Kunstschaffenden Suchende und Forschende darstellen, die noch in keiner Richtung festgelegt sind.Marlies Fitzner

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