Kirchheim

Lärm auf der A8: „Anwohner in Kirchheim werden benachteiligt“

Umwelt BUND beklagt falsche Werte bei der Lärmermittlung.

Symbolfoto: Carsten Riedl

Kirchheim. Zum Beginn dieses Jahres wurde eine Änderungen bei der Lärmberechnung und -kartierung von Straßenverkehrslärm eingeführt. Aus diesem Grund hat die Kirchheimer BUND-Arbeitsgruppe Lärm bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) angefragt, welche Geschwindigkeiten der Berechnung für den Autobahnlärm seither zugrunde gelegt werden.

Die Berechnungsmethode für Straßenverkehrslärm an Bundesautobahnen sieht darin vor, dass an Autobahnabschnitten mit Geschwindigkeitsbeschränkungen die zulässige Höchstgeschwindigkeit zur Berechnung herangezogen wird. Da nach Einschätzung des BUND durch dieses Limit nur wenige Autofahrer sehr viel schneller unterwegs sein dürften, kämen die so ermittelten Lärmwerte der Realität vergleichsweise nahe.

Falsche Werte als Grundlage

An Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen – wie an der A 8 im Bereich Kirchheim – werde aber zur Lärmberechnung die Vorbeifahrt von Autos mit der Richtgeschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde berechnet. Eine vorherige Messung der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten findet nicht statt.

Da nach Einschätzung des BUND der Kirchheimer Abschnitt der A 8 gerade bei Rasern beliebt sei, ergebe die Berechnung mit der Richtgeschwindigkeit hier zu niedrige Lärmwerte. Insbesondere nachts gebe die den Berechnungen zugrunde gelegte Annahme nicht die real gefahrenen Geschwindigkeiten wieder. Nach Ansicht der BUND-Arbeitsgruppe würde diese Form der Berechnung Anwohner an Strecken ohne Tempolimit gegenüber jenen an Abschnitten mit Tempolimit benachteiligen.

Im Sinne einer Gleichbehandlung müssen an Strecken ohne Geschwindigkeitsbeschränkung die für die Berechnung notwendigen Geschwindigkeiten vorab ermittelt werden, fordert der BUND.

Falls eine flächendeckende Geschwindigkeitserfassung auf all jenen Strecken ohne Limit – das sind fast 70 Prozent der bundesdeutschen Autobahnen – zu aufwändig sei, wäre ein flächendeckendes Tempolimit von höchstens 130 Kilometern pro Stunde eine ohne Zusatzaufwand gangbare Lösung. Für die Lärm-AG sei zudem ein generelles Tempolimit klimaschonend, energiesparend, es sorge für eine Verstetigung des Verkehrsflusses, bringe mehr Verkehrssicherheit und erhöhe den Gesundheitsschutz für lärmgeplagte Anwohner. Nach Einschätzung der Arbeitsgruppe sei eine Mehrheit der Bevölkerung dafür, ein schnell und mit wenig Aufwand umsetzbares Tempolimit auf Autobahnen durchzusetzen. pm

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