Kirchheim

Luther im Telefonbuch

Eine Frage zum beginnenden Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“: Welche Telefonnummer hat eigentlich Martin Luther?

Ein – nicht repräsentativer – Blick ins Internet ergibt deutschlandweit rund 25 Treffer. Trotzdem wird keiner dieser Männer mit dem streitbaren Theologen aus Wittenberg verwechselt. Da braucht es noch nicht einmal Zusatzangaben wie „Malermeister“, „Mechanikermeister“ oder „Schreinerei“. Selbst ein Dr. Martin Luther, der da im Internet auftaucht, muss keine wirkliche Verwechslung fürchten.

Warum auch? Schließlich ist die historische Figur, die nächstes Jahr besonders gefeiert wird, vor mehr als 470 Jahren gestorben. Ebenfalls schon lange tot – seit mehr als 200 beziehungsweise mehr als 50 Jahren – sind die Dichter Friedrich Schiller und Hermann Hesse. Diese beiden Namen sind ähnlich wahllos herausgegriffen wie zuvor Martin Luther. Und beide tauchen im Internet-Telefonbuch noch häufiger auf: Die „Hermann Hesses“ bringen es auf mehr als 30 ihresgleichen, die „Friedrich Schillers“ gar auf annähernd 60.

Auch da ist die Verwechslungsgefahr mit dem Dichterfürsten oder dem Nobelpreisträger eher gering. Hermann Hesse ist schließlich der Einzige der drei genannten, der zu Lebzeiten einen Telefonanschluss überhaupt hat haben können.

Wie ist das bei lebenden Prominenten – wie Thomas Müller? Allein für München, wo der Fußballer seinem Beruf nachgeht, sind mehr als 25 seiner Namensvettern aufgelistet. Das mag daran liegen, dass sowohl sein Vor- als auch sein Nachname zu den „Allerweltsnamen“ gehören. Folglich wird niemand auf die Idee kommen, einen dieser Müllers in München wegen eines Autogrammwunschs anzurufen.

Auch in Kirchheim gibt es Namensgleichheiten, wenn auch bei weniger prominenten Personen – wie Andreas Volz: Der eine schreibt hauptberuflich, der andere singt nebenberuflich. Die Verwechslungen sind zahlreich.

Noch zahlreicher sind die Verwechslungen derzeit bei Frauen in Kirchheim und Umgebung, die Holder mit Nachnamen heißen und Gabriele, Gabriela oder Gabi mit Vornamen. Etliche dieser Frauen haben der Teckboten-Redaktion gegenüber erklärt, dass sie nicht die Meinung ihrer leserbriefschreibenden „Namensbase“ teilen. Das wollen sie allen gesagt haben, die sie darauf ansprechen. Noch wichtiger ist es ihnen aber, dass auch alle diejenigen Bescheid wissen, die sie nicht darauf ansprechen.

Bei Martin Luther war diese Verwechslungsgefahr übrigens viel geringer: Er wurde 1521 auf dem Reichstag zu Worms ganz direkt gefragt, ob er sich zu seinen Schriften bekennt.

Randnotiz Andreas Volz zu Verwechslungen von gleichen Namen

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