Kirchheim

Märchen mit modernem Touch

Literaturcafé Die Veranstaltung von Verbundschule, Schulkindergarten und Kultur Ecce ist ein Garant für Spiel, Spaß und famose Bühnenunterhaltung. Von Sabine Ackermann

Da beißt die Maus keinen Faden ab: Das Planungsteam der Verbundschule, insbesondere die Leiterin des Schulkindergartens Elke Bernhardt und Verbundschulleiterin Karin Frey, haben mit der Verpflichtung der „Kölner Opernkiste“ abermals ein sicheres Händchen bewiesen. Was für eine tolle Aufführung, was für ein guter Umgang mit den Jüngsten: Genau so gewinnt man die Gunst der kleinen wie großen Zuschauer.

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Mit „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck und dem Libretto seiner Schwester Adelheid Wette begeistert das spielfreudige und gesanglich erstklassige Trio von Anfang bis Ende. Und ganz offensichtlich, alle drei Schauspieler haben selbst großen Spaß an ihrem Tun.

„Opernkistendirektor“ Stefan Mosemann (Regisseur, Bariton, Vater und Hexe in einer Person) sowie seine beiden Mitstreiter, Sopranistin Carla Hussong (Gretel) und Tenor Javier Alonso (Hänsel), glänzen nicht nur mit ihren Stimmen, sie verleihen dem traditionellen Märchen auch einen modernen Touch. Langeweile war gestern, Kölner Opernkiste ist heute.

Bühnenbild und Kleidung sind bunt, vor allem die Hexe in Pink und mit schwarzem Wuschelkopf kommt super an. Trotz einiger verrückter Szenen driftet die Handlung nie ins Alberne ab. Der Unterschied zum Original – die Mutter schickt ihre Kinder nicht aus Bösartigkeit in den Wald, sondern mehr aus Verzweiflung. Eine tolle Idee – junge Besucher aus dem Publikum dürfen freiwillig in verschiedene Rollen schlüpfen. So werden die schlafenden Geschwister von liebreizenden Kinder-Engeln beim Abendsegen beschützt, vom Sandmann in einen traumhaften Schlaf geschickt und am nächsten Morgen vom Taumännchen per Spritzpistole geweckt.

Genial, wie Stefan Mosemann die Engelkinder liegend, sitzend und stehend auf der Bühne drapiert. Da haben vor allem die Erwachsenen ihren Spaß. Gängige Lieder wie „Brüderchen komm tanz mit mir“ oder „Ein Männlein steht im Walde“ runden das Stück perfekt ab. Donnernder und rundum verdienter Applaus ist den Künstlern gewiss. Vor, dazwischen oder nach den zwei Aufführungen verteilen sich zahlreiche kleine und große Besucher im Schulgebäude, machen von dem vielfältigen Angebot des Adventsmarkts oder den Aktionen Gebrauch. „Wir sind hier in Dettingen sehr gut eingebunden und haben ein tolles Miteinander“, bekräftigt Elke Bernhardt, die Leiterin des Schulkindergartens. Die Qual der Wahl haben all diejenigen, die kleine Mitbringsel für die hilfsbereite Nachbarin oder erste Weihnachtsgeschenke für die Lieben suchen. Jeder Cent, der in der Kasse landet, kommt dem Förderverein zugute. Und daran beteiligen sich nicht nur die Eltern, auch die Kinder und Jugendlichen legen sich basteltechnisch mächtig ins Zeug. So wie zum Beispiel Jan, der mit der Heißklebepistole Moosflächen sowie von Jessica und Julia liebevoll bemalte Mini-Fliegenpilze auf unterschiedlich großen Hölzer drapiert. Eine hübsche und passende Dekoration zu dieser Jahreszeit.

Gleichfalls ein Hingucker – die aus Butterbrotpapier gefertigten Sterne oder Schneeflocken, die richtig Lust aufs bevorstehende Weihnachtsfest machen. Karten, Vogelhäuschen, allerlei Wärmendes aus Wolle und Stoff sowie Selbstgemachtes für den Gaumen lassen ebenfalls so manchen den Geldbeutel zücken. „Also, ich finde da immer was“, betont Gisela Schatzmeier und verrät: „Heute nehme ich ein paar Seifenkugeln mit, die machen sich gut auf der Gäste­toilette.“

Nicht nur die Verkaufsstände sind dicht belagert, auch die unterschiedlichen Basteltische finden großen Anklang. Stets ein alter Klassiker: Kinderschminken. Egal ob Schmetterling, Löwe oder Pirat, sich in was oder jemanden zu verwandeln, geht immer. „Iiiihhhh, das ist voll päppig“, beschwert sich ein kleiner Dreikäsehoch und schleckt seine Finger ab. In diesem Fall ist es nicht schlimm, denn die Kinder „basteln“ aus Butterkeksen, Zuckerguss und Dominosteinen ein Hexenhaus. Und das spielt ja bekanntlich auch in der Kinderoper „Hänsel und Gretel“ eine große Rolle.