Kirchheim

„Manche wollen einfach nur irgendein Tier“

Corona In Zeiten der Pandemie steigt die Nachfrage nach vierbeinigen Familienmitgliedern. Diesen Trend spürt auch das Kirchheimer Tierheim. Von Sandra Langguth

Tierheimleiterin Sandra Nebe mit einer süßen Bewohnerin: Für manche Katzen stehen die Interessenten Schlange. Foto: Carsten Ried
Tierheimleiterin Sandra Nebe mit einer süßen Bewohnerin: Für manche Katzen stehen die Interessenten Schlange. Foto: Carsten Riedl

Es ist Nachmittag. Die Tür zum Garten steht offen. Die drei Kinder spielen hinter dem Haus, Vater Mathias Mezei renoviert im Erdgeschoss die Wohnung. Als am Abend alle im Bett liegen, fehlt nur eine: Katze Cucu. Buket Büyüktokatli-Mezei macht sich Sorgen. „Sie wird doch nicht schon wieder weggelaufen sein?“ Bereits beim ersten Lockdown zog es die zehnjährige Katzendame nicht mehr nach Hause. Da fehlte sie fast ein halbes Jahr. Nun, beim zweiten, kehrte die zarte Mieze der Familie erneut den Rücken. „Ich hatte echt ...

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Haustiere können helfen

Dimitrios Kourtoglou ist Psychologe bei der Psychologischen Beratungsstelle der Stiftung Tragwerk in Kirchheim und kümmert sich vorwiegend um die Bedürfnisse von Familien, Eltern und Jugendlichen. Im Interview spricht er über die Auswirkungen der Pandemie.

Was macht Corona mit den Leuten?

Dimitrios Kourtoglou: Man kann nicht verallgemeinern, denn nicht jeder verarbeitet sowas auf die gleiche Art und Weise. Es kommt darauf an, was vorher bei den Menschen los war. Grundsätzlich beobachten wir, dass psychische Erkrankungen zunehmen, also Existenz- oder Verlustängste. Aber auch Depressionen, Essstörungen oder Zwänge. Bei vielen hat sich das, was vor der Pandemie war, verstärkt. Es kann aber auch Neues dazukommen, das ausschließlich auf die Pandemie zurückzuführen ist.

Wie ist es mit der Einsamkeit?

Kourtoglou: Das ist auf jeden Fall eine Konsequenz der Pandemie. Meist trifft es die, die schon vorher eher isoliert gelebt haben, noch härter. Dazu gehören auch ältere Menschen. Viele nehmen ihre Situation derzeit noch bewusster wahr.

Kann das krank machen?

Es gibt Studien die belegen, dass Einsamkeit zumindest in Zusammenhang mit manchen Krankheitsbildern steht. Aber man kann sicherlich nichts ausschließlich und nur darauf zurückführen.

Kann ein Haustier helfen?

Das kann es. Wir bemerken ein deutlich höheres Bedürfnis nach Nähe und Berührung. Ein Tier kann diese Bedürfnisse befriedgen. Manchen Menschen, die vielleicht ihren Job verloren haben, fehlt auch das Gefühl des Gebrauchtwerdens. Ein Tier kann hier Sinn und Struktur in den Alltag bringen. Man tut ja auch was Gutes, wenn man ein Tier aus dem Tierheim holt. Dass Tiere eine therapeutische Wirkung haben, ist auch belegt. Kinder zum Beispiel lernen Verantwortung zu übernehmen, was ihr Selbstwerterleben und Selbstvertrauen stärkt.

Ist die große Nachfrage nach Tieren derzeit durchweg positiv zu sehen?

Nicht nur. Man muss auch kritisch betrachten, was mit den Tieren nach der Pandemie passiert. Jetzt werden sie vielleicht gut versorgt. Aber so ein Tier verändert die Familiendynamik. Da sollte genau hinterfragt werden, ob das Tier auch nach Corona Platz findet oder ob es dann vernachlässigt wird.

Was raten Sie jemandem, der sich ein Tier zulegen möchte?

Jeder sollte sich bewusst machen, aus welchem Grund er ein Haustier will, also um welches Bedürfnis es geht. Geht es nur um mich selbst, oder möchte ich auch etwas für das Tier tun? Fällt die Antwort einseitig aus, würde ich eher abraten. Das Tier sollte am Ende nicht der Leidtragende sein. Wer merkt, dass er vielleicht doch größere Probleme hat, der darf sich gerne telefonisch unter 0 70 21/48 55 90 an unsere Psychologische Beratungsstelle wenden. Sandra Langguth