Kirchheim

Martins Mantel ist gerüstet für den zweiten Teil

Sanierung Die Arbeiten an der Außenhaut der Kirchheimer Martinskirche liegen voll im Zeitplan. Nächsten Herbst sollen sie abgeschlossen sein. Von Andreas Volz

Palettenweise haben die Steinmetze an der Nordseite der Martinskirche und am Turm neue Steine verbaut.Fotos: Markus Brändli
Palettenweise haben die Steinmetze an der Nordseite der Martinskirche und am Turm neue Steine verbaut.Fotos: Markus Brändli

Dass „Martin“ einen neuen „Mantel“ braucht, hat die Martinskirchengemeinde den Kirchheimern bereits vermittelt. Mittlerweile hat sich an diesem „Mantel“, also an der „Außenhaut“ der Kirche, auch schon sehr viel getan. Das deutlichste Zeichen hierfür ist der Umzug des Gerüsts auf die Südseite der Kirche. Das heißt, dass der „Mantel“ in Kirchheim jetzt geteilt ist, ganz wie es sich für einen Mantel des heiligen Martin gehört.

Allerdings gehören die beiden Teile nach wie vor zusammen, auch wenn es derzeit keine gleichen Teile desselben Stücks sind. An der Nordseite lässt sich nämlich bereits ablesen, wie die renovierte Außenhaut der Kirche aussieht. Immer wieder blinken hellere Steine hervor, denen man zudem auch mit bloßem Auge ansieht, dass sie äußerst exakt zugesägt sind. Es dauert also noch viele Jahre, bis sie ähnliche Spuren von Wind und Wetter zeigen wie ihre deutlich älteren „Nachbarn“ in der Kirchenmauer.

Das Zusägen der neuen Steine ist übrigens einer der Gründe, warum an der Baustelle der Martinskirche nicht jeden Tag sicht- und hörbar gearbeitet wird. Wenn die Steinmetze die defekten und zu ersetzenden Steine –in enger Absprache mit dem Denkmalamt – bestimmt, abgemessen und entfernt haben, tritt zwangsläufig eine längere Pause ein. Erst wenn die neuen Steine fertig sind, kann die Austauscharbeit weitergehen. In der Zwischenzeit waren die verbliebenen alten Steine einer „Spritzkur“ unterzogen worden, die ebenfalls ziemlich geräuschlos vonstatten geht.

Beim Einsetzen der neuen Steine kommt es auf Präzision an. Diese Präzision beginnt aber bereits mit dem Ausbau. So wichtig wie das exakte Aufmaß ist auch die richtige Kombination aus Buchstaben und Zahlen, die angibt, an welcher Stelle welcher neue Stein einzubauen ist. „Jeder hat da seine eigene Methode“, sagt Marc Hauff, Steinmetzmeister bei Leonhard Hanbuch in Mannheim. Zur Referenz seines Betriebs sagt er kurz und schlicht: „Wir arbeiten an vielen historischen Gebäuden, darunter sind auch viele Kirchen.“

Und schon macht er sich mit seinen Mitarbeitern daran, einen weiteren von insgesamt 110 neuen Steinen im ersten „Mantelteil“ einzusetzen. Weil jeder Stein individuell angefertigt ist, lässt sich zu Maß und Masse nichts Allgemeingültiges sagen. Um trotzdem eine Vorstellung davon zu geben, was die Sanierungsarbeit den gelernten Steinmetzen und Steinbildhauern auch körperlich abverlangt, sagt Marc Hauff: „Das Gewicht der Steine ist sehr unterschiedlich, aber im Durchschnitt kommen sie auf über 100 Kilo.“

Jetzt steht aber an der Südseite erst einmal wieder das Ausmessen alter Steine an. Wenn alles gut läuft, sind sämtliche Arbeiten bis Herbst 2017 erledigt. Dann hat die Martinskirche wieder einen einheitlichen, komplett sanierten Mantel. Weihnachtsmarkt und Sommernachtskino werden also vom Gerüst beeinträchtigt. Pfarrer Jochen Maier hofft darauf, dass sich die Kirche zum Reformationsjubiläum „gerüstfrei“ präsentieren kann. Wichtig wäre es deshalb, dass 2017 ein trockenes Jahr wird.

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