Kirchheim

Mit Abstand die beste Lösung

Kultur Kirchheim plant mit dem City-Ring und Gastronom Michael Holz ab 1. Juli täglich kleine Events im historischen Zentrum. Neben Einzelhandel und Anwohnern sollen auch die Künstler davon profitieren. Von Thomas Zapp

Noch nicht abgeschrieben: Die Musiknacht könnte der Höhepunkt des Kultursommers werden. Archivbild: Markus Brändli
Noch nicht abgeschrieben: Die Musiknacht könnte der Höhepunkt des Kultursommers werden. Archivbild: Markus Brändli

Die Corona-Krise hat Feste und Kultur in vielen Städten lahmgelegt. Umso mehr ist Ideenreichtum gefragt, um beides wieder zu beleben. In Kirchheim gibt es mit Michael Holz nicht nur einen umtriebigen Gastronomen sondern im Rathaus auch Verantwortliche mit einem offenen Ohr für eine neue Idee. Die heißt „Kultursommer“ und sieht vom 1. Juli bis Mitte September jeden Tag verschiedene kleinere Events in die Stadt vor. „Damit wollen wir Leben in die Stadt bringen und die Kulturschaffenden unterstützen“, sagt Kirchheims Oberbürgermeister Dr. Pascal Bader.

Auch der Einzelhandel solle profitieren und natürlich die Kirchheimer Bürger. „Viele können dieses Jahr vielleicht nicht in den Urlaub fahren“, meint der Rathauschef. Umso mehr freue man sich da über ein Angebot in der Heimatstadt. „Wir wollen die Innenstadt revitalisieren“, ergänzt Michael Holz, was angesichts des abgesagten Weindorfs und anderer Veranstaltungen auch notwendig scheint. „Für die Gastronomie waren die letzten Wochen ein Shutdown“, sagt er.

Die Musiknacht hat er übrigens noch nicht abgeschrieben. Sie könnte am 12. September der krönende Abschluss des Kultursommers werden. Auch das Mitternachtsshopping könnte noch kommen. Nichts genaues weiß man nicht, denn auch im Kultursommer schwingt das Corona-Virus den Taktstock mit: Nach derzeitigem Stand dürfen sich im öffentlichen Raum maximal 99 Personen aufhalten. Die Organisatoren um Michael Holz, Konzertmacher Chris Sonaxx, City-Mangerin Sandra Schöne und Stadtarchiv-Leiter Dr. Frank Bauer wollen dies mit Abgrenzungen und einer entsprechenden Bestuhlung erreichen: Sind alle Stühle belegt, ist die Grenze erreicht. Gleichzeitig kann so der erforderliche Abstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Events und Plätze könnten im Laufe der Wochen auch größer werden. „Ab August sollen ja schon Versammlungen bis 499 Menschen möglich sein“, ist Sandra Schöne optimistisch.

Zunächst auf kleineren Plätzen

Gestartet wird mit kleineren Veranstaltungen zunächst auf den Nebenplätzen der Innenstadt. Wo genau, steht noch nicht fest. „Da ändern sich ja auch noch die Vorgaben“, glaubt Michael Holz. Nach aktuellem Stand sind ausschließlich Open-Air-Veranstaltungen vorgesehen, mit öffentlichen Toiletten und Waschbecken zum Händewaschen.

Auf Sandra Schönes Zettel ist noch viel Platz, Ideen und Teilnehmer sind willkommen. Geplant sind Jazzkonzerte, klassische Konzerte, Kabarett und Comedians, Lesungen, geschichtliche Stadtführungen, Kräuterwanderungen, Fotospaziergänge, Bachwanderungen oder DJ-Auftritte. „In der Corona-Zeit ist unheimlich viel entstanden, die Künstler sollen Gelegenheit bekommen, das zu zeigen“, sagt Michael Holz. Jetzt sei es wieder an der Zeit, live aufzutreten. „Du musst als Künstler spielen“, sagt er und bekommt zustimmendes Nicken von Chris Sonaxx, der mit den Autokonzerten einen ersten Schritt gemacht hat.

Da die meisten Künstler in den letzten Wochen „null“ Einnahmen hatten, sollen sie für ihre Auftritte eine Gage bekommen. Auch dafür hat das Planungsteam bereits Anträge für Zuschüsse vom Land über 50 000 Euro und bei der Stadt Kirchheim in Höhe von 20 000 Euro gestellt. „Das entscheidet der Gemeinderat in der nächsten Sitzung“, sagt Pascal Bader.

Wer mitmachen will kann sich bei Michael Holz melden, unter Email mh@mholz.de

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