Kirchheim

Mit dem Hubschrauber schnell in die Uniklinik

Kooperation Die Medius-Kliniken im Landkreis Esslingen und das Uniklinikum Tübingen arbeiten im Bereich Neurochirurgie eng zusammen. Von Iris Häfner

Bei der Vertragsunterzeichnung dabei waren in der vorderen Reihe Dr. Uwe Mauz, Thomas Kräh, Professor Dr. Marcos Tatagiba und Pr
Bei der Vertragsunterzeichnung dabei waren in der vorderen Reihe Dr. Uwe Mauz, Thomas Kräh, Professor Dr. Marcos Tatagiba und Professor Dr. Jürgen Honegger. Hintere Reihe: Norbert Nadler, Dr. Florian Bopp, Holger Diemer und Dr. Jörg Sagasser (jeweils von links nach rechts). Foto: Jean-Luc Jacques

Die Kooperation zwischen den Medius-Kliniken im Kreis Esslingen und dem Uniklinikum Tübingen im Bereich der neurochirurgischen Versorgung von Schwerverletzten ist nun ganz offiziell besiegelt. Gestern unterzeichneten die Verantwortlichen das umfangreiche Vertragswerk in der Zentralverwaltung in Kirchheim.

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Seit Ende 2003 ist Professor Dr. Marcos Tatagiba Ärztlicher Direktor in Tübingen. Er hat in dieser Zeit die Neurochirurgie ausgebaut. In fünf OP-Sälen werden im Jahr rund 3 000 Patienten operiert. „Das sind komplexe Eingriffe im Gehirn“, erläutert der Professor vor der Vertragsunterzeichnung bei einem Pressegespräch. Hauptziel ist ganz klar die Versorgung von Patienten aus der Region. Zwischenzeitlich kommen die Patienten aber auch aus ganz Deutschland, dem europäischen Ausland sowie aus Australien und den USA nach Tübingen.

Die Kooperation betrifft vonseiten der Medius-Kliniken vor allem den Standort Nürtingen. Wie die Uniklinik ist Nürtingen im Trauma-Netzwerk Südwürttemberg vertreten. Passiert nun ein schwerer Unfall auf der Autobahn oder erleidet jemand in der Region rund um die Teck einen Schlaganfall, wird er sofort mit dem Hubschrauber nach Tübingen transportiert, um dort von den Spezialisten die bestmögliche medizinische Betreuung zu bekommen. Sollte der Patient aber in einem solch schlechten Zustand sein, dass ein Transport unmöglich ist, fliegt nun ein Neurochirurg aus Tübingen ein, um vor Ort zu operieren. Dies ist möglich, weil beide Kliniken schon heute eng in diesem Bereich zusammenarbeiten. „Bei einer OP kann viel passieren. In Tübingen sind wir mehr Teammitglieder. Aber auch wenn dieser Idealfall nicht gegeben ist, ist es besser, den Patienten vor Ort schnell zu versorgen“, sagt Marcos Tatagiba.

Über eine Standleitung ist die Kirchheimer Neurologie mit Tübingen verbunden. Die Spezialisten dort beurteilen innerhalb von 15 bis 20 Minuten die Aufnahmen, die mit Computer- oder Magnetresonanztomograf von Verletzungen gemacht wurden - rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.