Kirchheim

Modelle für alle

Ganz klar: Kirchheim braucht die neuen Ganztags-Grundschulen. Viele berufstätige Eltern, die ihre Kinder schon in Ganztags-Kitas untergebracht hatten, sind auch im Grundschulalter auf eine umfassende Betreuung angewiesen. Gleichzeitig können Kinder aus allen Schichten vom kostenlosen pädagogisch durchdachten Ganztagsangebot profitieren.

Aber: Die Einführung der Ganztagsschule darf nicht auf Kosten all derjenigen Eltern gehen, die ihre Kinder nachmittags selbst betreuen wollen. Einige von ihnen haben mit Wegfall der Kernzeitenbetreuung nun keine echte Wahl mehr, etwa wenn sie einer traditionellen Halbtagsbeschäftigung nachgehen und nicht möchten, dass ihr Kind um 12 Uhr oder früher alleine vor der Haustür steht. Es ist nur allzu verständlich, dass sich deshalb Unmut regt und die Eltern eine flexiblere Betreuung fordern.

Diese Forderung müssen Stadt, Schulleitungen und Land ernst nehmen. Einen ersten Schritt hat das Land getan, indem es beim Ganztagsgipfel des Kulturministeriums im Mai das flexible Nachmittagsangebot wieder in die Leitlinien aufgenommen. Nun ist es aber wichtig, dass dafür schnell Fördermittel fließen.

Auch die Stadt muss sich noch einmal intensiv mit den Eltern auseinandersetzen und gemeinsam mit ihnen über mögliche Lösungen nachdenken. Nur so lassen sich Befürchtungen aus dem Weg räumen, man wolle Eltern und Kinder über den Mangel an Alternativen in das Ganztagsmodell hineinzwingen.

Dass diejenigen, die eine Sonder-Lösung wollen, sich dann auch entsprechend an den Kosten beteiligen müssen, steht außer Frage.

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