Kirchheim

„Müssen die Nachbarschaft fördern“

Gemeinschaft Beim Fest am Dettinger Weg zeigen Kinder, wie man miteinander feiern kann. Das Team des neuen Quartiersmanagements stellt sich den Anwohnern vor. Von Thomas Krytzner

Die Mädels der Tanz AG Rauner begeistern mit ihren Darbietungen beim Quartiersfest am Dettinger Weg.Fotos: Thomas Krytzner
Die Mädels der Tanz AG Rauner begeistern mit ihren Darbietungen beim Quartiersfest am Dettinger Weg.Fotos: Thomas Krytzner

Es ist ein Anlass, zu dem Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker gerne gekommen ist. „Das Quartier am Dettinger Weg war Sanierungsgebiet, es geht um das Miteinander.“ Das Quartiersmanagement bildet das Bindeglied zwischen der Verwaltung und der Bevölkerung. Die Stadtchefin mahnte: „Leider ging das Nachbarschaftliche verloren. Das muss wieder geschaffen werden.“ Ein erster Schritt sei das Miteinander zwischen Städtebau und dem sozialen Gebiet. Angelika Matt-Heidecker betonte: „Das Quartier Dettinger Weg gehört weiterentwickelt.“ Vom Land hat Kirchheim den Zuschlag für das Städteförderungsprogramm bekommen. „Wir haben erkannt, dass die Entwicklung vor allem im sozialen Bereich geschehen muss“, sagte die Rathauschefin. Daraus ergeben sich mit dem Quartiersmanagement am Dettinger Weg weiterführende Projekte. „Überlebenswichtig ist die Nachbarschaft, egal, welcher Herkunft die Bürger sind“, hob Angelika Matt-Heidecker hervor. „Am Dettinger Weg hat dies nicht immer geklappt.“ Das Brückenhaus begann mit „Streetwork“, und die soziale Arbeit im Quartier wurde immer weiter gefördert. Das neue Management begreift die Oberbürgermeisterin als wichtigen Partner für die Stadt: „Da gelang uns ein guter Wurf.“

Willi Kamphausen erinnerte an die ersten Schritte der Förderung von Quartieren in Kirchheim: „Die Arbeit hat vor 40 Jahren in Ötlingen begonnen und findet am Dettinger Weg eine qualifizierte Fortsetzung.“ Er freut sich über seine Aufgabe im Quartiersmanagement. „In diesem Bereich können wir etwas Gutes bewirken.“ Das Gemeinwesen und das Leben im Gebiet sollen nach seiner Ansicht weiter gestaltet werden.

Die Jugendsozialarbeiterin Jessica Villamar Ruiz verbindet mit dem „Dettinger Weg“ eine Herzensangelegenheit. „Vor 13 Jahren haben wir den Pavillon gebaut. Dort können sich Kinder und Jugendliche treffen.“ Sie freut sich auf die Mitarbeit im Management des Quartiers: „Meine Aufgaben werden erweitert, ich will die Ideen und Wünsche der Anwohner umsetzen.“ Mit dem Quartiersfest am Wochenende stellte sich das Team vor, und die Kinder zeigten ein buntes Programm. Die Sprösslinge vom Freiwaldaukindergarten eröffneten das fröhliche Treiben mit ihren Liedern und Tänzen. Eines der vorgetragenen Stücke hatte den passenden Refrain zum Quartiersfest: „Wir haben alle gern.“ Die Mädels der Tanz AG der Raunerschule zeigten beim Hip-Hop mit farbenfrohen Tüchern nicht nur Rhythmusgefühl, sondern bei der Zugabe, dass sie auch singen können. Schüler der Teckrealschule hatten zwei Sketches einstudiert und brachten die zahlreichen Besucher zum Lachen. Die Band „Lagerfeuer“ sorgte musikalisch für Stimmung, und für die Kinder und Jugendlichen gab es ein breites Spielangebot sowie eine Hüpfburg. Die Erwachsenen konnten sich derweil im Festzelt über die Arbeiten des Quartiersmanagements informieren.

Zum Pavillonteam gehören die Erziehungshilfestation, der soziale Dienst der Stadt Kirchheim, das Kommunikationszentrum für interkulturelle Zusammenarbeit (KiZ), das Brückenhaus sowie soziale Mitarbeiter der Stadt. Wie die Leiterin des Pavillons, Betina Rößler, erklärte, will das Team mit Events, wie etwa dem Programm in den Sommerferien „Internationale Woche“ oder dem Sommerfest, die Nachbarschaft fördern.

Mit dem Quartiersmanagement soll soziales und buntes Leben entstehen, wie die Teamleiterin weiter ausführte. Melike Steinle, Yvonne Kreutzberger, Jessica Villamar Ruiz, Sevgi Ejupi, Wolfgang Schinko und Jonas Klaus gehören neben anderen Anwohnern zum Team. „Wir setzen auf Integration“, sagte Jessica Villamar Ruiz. Angeboten werden soll ein weiterer Deutschkurs mit Kinderbetreuung. Daneben setzt das Quartiersmanagement am Dettinger Weg auf gemeinsame Aktivitäten in der Nachbarschaft. So ist geplant, in naher Zukunft den Boule-Platz zu reaktivieren und die Spielplatzangebote zu erweitern. Von den Bewohnern aus dem Quartier gab es auch schon konkrete Wünsche, die die Nachbarschaft fördern: „Gefragt sind vor allem Räumlichkeiten, wo sich Familien und Kinder zum Feiern treffen können.“

Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker (links) freut sich mit den Mitgliedern des Quartiersmanagements über das gelungene F
Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker (links) freut sich mit den Mitgliedern des Quartiersmanagements über das gelungene Fest am Dettinger Weg.
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