Kirchheim

Nabern bekommt ein großes Parkhaus

Neubauten Im „Sirius Business Park“ entstehen zwei neue Gebäudekomplexe: Geparkt werden soll weiterhin im Norden an der Neuen Straße. Im Süden zum Flugplatz hin entsteht ein reines Bürogebäude. Von Andreas Volz

Die Parkfläche im Vordergrund soll einem Neubau weichen. Die beiden Hauptflügel des Komplexes im Naberner Industriepark werden u
Die Parkfläche im Vordergrund soll einem Neubau weichen. Die beiden Hauptflügel des Komplexes im Naberner Industriepark werden ungefähr so hoch wie die drei höchsten der vorhandenen Gebäude. Foto: Carsten Riedl

Neue Arbeitsplätze und langfristige Sicherung des Standorts Nabern - das ist die rundum positive Seite der Geschichte. Es gibt allerdings auch einen gewissen Haken an der Sache: 350 neue Mitarbeiter der Daimler AG brauchen nicht nur einen eigenen Arbeitsbereich im Naberner „Sirius Business Park“, sie brauchen auch fast alle einen Parkplatz. Der Standort des Parkhauses war bislang umstritten. Aber auch nach der gelungenen Umplanung werden nicht alle Anwohner zufrieden sein.

Der Reihe nach: Bereits im Juli hatte sich der Kirchheimer Gemeinderat mit dem Entwurf zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan befasst. An der Ecke Neue Straße / Im Auchtert, an der sich derzeit ein großer ebenerdiger Parkplatz befindet, hätte ein neuer Bürokomplex entstehen sollen. Das neue Parkhaus wiederum war auf dem Parkplatz im südlichen Teil des Geländes geplant, wo Wolf-Hirth- und Achalmstraße auf die Seestraße treffen.

Der Gemeinderat hatte angeregt, diese Aufteilung noch einmal zu überdenken, weil das Parkhaus sonst ausgerechnet an einer der schönsten Ecken auf dem ganzen Gelände entstehen würde: mit Ausblick auf die Teck, der wegen des angrenzenden Fluggeländes auch nicht zugebaut werden kann. Genau dort sollten doch eigentlich die neuen Büros entstehen, hatte das Kirchheimer Ratsgremium dem Bauherren mitteilen lassen.

Ein anderer, für Nabern wohl noch wichtigerer Punkt war die Befürchtung, dass alle Anwohner südlich der Neuen Straße künftig stark vom Verkehr geplagt sein könnten - vom Schleichverkehr, weil sich das Parkhaus an einem verkehrstechnisch ungünstigen Platz befunden hätte. Außer der Straße Im Auchtert, hätten alle anderen Zufahrten direkt durch Wohngebiete geführt.

Verkehrstechnisch besonders günstig dagegen ist die Ecke im Nordosten des Geländes, weil ein Parkhaus an dieser Stelle den Verkehr gleich an der Neuen Straße abfängt. Folglich dürfte sich kaum ein Arbeitnehmer mehr ins Wohngebiet verirren - egal, ob er aus Richtung Dettingen oder aus Richtung Weilheim kommt.

„Berechtigte Anregungen“

Die Einwände des Kirchheimer Gemeinderats haben nun Wirkung gezeigt. Stadtplanungschef Gernot Pohl spricht von „berechtigten Anregungen“ zur ursprünglichen Planung. Deswegen hat inzwischen auch ein Umdenken stattgefunden: Vorne an der Neuen Straße soll jetzt trotzdem ein neuer Gebäudekomplex entstehen, mit zwei Hauptgebäuden, die durch ein niedrigeres Nebengebäude in der Mitte verbunden sein sollen. Einer der beiden „Türme“ wird nun aber kein Bürogebäude mehr sein, sondern das Parkhaus. Im Süden dagegen entsteht ein reiner Bürokomplex, der terrassenförmig zum Teckberg respektive zum Flugplatz hin abfällt.

Stadtrat Hans-Peter Birkenmaier (Freie Wähler) zeigte sich begeistert von den neuen Entwürfen. Speziell das südliche Bürogebäude wirke „wie reingegossen in die Umgebungsbebauung“. Auch Eva Frohnmeyer_Carey (Frauenliste) sprach von einer Lösung, „die für alle Beteiligten befriedigend ist“. Allerdings erinnerte sie an die Anwohner im Norden der Neuen Straße, denen jetzt der gewohnte Blick in Richtung Teck zugebaut werde.

Letztlich aber hat der Gemeinderat dem neuen Entwurf mit großer Mehrheit zugestimmt - bei nur drei Gegenstimmen.

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