Kirchheim

Nach dem Jubiläum folgt der Spielplatz auf dem Festplatz

Außenanlagen Heftige Diskussion im Kirchheimer Ausschuss für Technik und Umwelt um den Jesinger Bolzplatz

Kirchheim. Die neuen Gebäude auf dem Bolzplatz in Jesingen und auf der Klosterwiese sind im Entstehen. Mit Fertigstellung und Bezug rechnet die Stadtverwaltung bis Ende des Jahres. Strittig waren jetzt im Ausschuss für Technik und Umwelt die Außenanlagen. Speziell in Jesingen kollidieren sie mit den Vorstellungen der Mehrheit des Ortschaftsrats.

Zunächst einmal stellte Martin Zimmert, der zuständige Fachbereichsleiter, die Planung im Ausschuss vor. Demnach sind asphaltierte Wege ebenso vorgesehen wie überdachte Fahrradstellplätze, geschotterte Parkplätze, eine Retentionsmulde für Oberflächenwasser, ein Bürocontainer sowie Aufenthaltsbereich und Spielplatz in Richtung Westen, also in Richtung Gemeindehalle. Das alles fordere die Landesbauordnung.

Ähnliches gelte für die Klosterwiese - nur unter umgekehrten Vorzeichen, was die Himmelsrichtungen betrifft: Die Gebäude entstehen im Westen der Wiese, die Aufenthaltsflächen und der Spielplatz sind in Richtung Osten angedacht. Der Spielplatz wiederum lasse sich in reduzierter Form gestalten, weil ja am östlichen Rand der Wiese bereits ein großer öffentlicher Spielplatz liegt.

Reinhold Ambacher, der für die Freien Wähler nicht nur im Kirchheimer Gemeinderat sitzt, sondern auch im Jesinger Ortschaftsrat, erläuterte die Mehrheitsposition des Jesinger Gremiums zum Bolz- und Festplatz: „Man hätte alles etwas weiter nach Osten versetzen können, zum Parkplatz der Firma Keller hin.“ Außerdem kritisierte er die Kosten für die Außenanlagen: „270 000 Euro sind eine Menge Geld. Da bauen andere ganze Häuser dafür.“ Es gehe an dieser Stelle lediglich darum, Menschen unterzubringen: „Es geht nicht darum, teure Außenanlagen herzustellen.“ Auch den geplanten Spielplatz sieht Reinhold Ambacher skeptisch: „Es kann sein, dass wir den gar nicht brauchen. Wir wissen ja noch nicht, was da für Menschen kommen.“

Er plädierte dafür, den Spielplatz im Bedarfsfall noch „nachzuziehen“. Sozial- und Büroräume dagegen brauche man sicher. „Aber“, fragte er, „müssen das unbedingt immer Container außerhalb der Gebäude sein?“ Er stellte schließlich den Antrag, die Bebauung nicht über den asphaltierten Zugangsweg nach Westen hinaus auszudehnen. Ein wichtiges Argument war dabei die 1250-Jahr-Feier, die 2019 in Jesingen ansteht und die auf einem möglichst großen verbleibenden Teil des Festplatzes begangen werden solle.

Ganz anders sah das die Grünen-Fraktionsvorsitzende Sabine Bur am Orde-Käß: „Wir finden die geplanten Außenanlagen gut, auch auf dieser Seite der Gebäude.“ Sie bemängelte lediglich, dass es zu wenige Sitzgelegenheiten gebe. Sabine Lauterwasser (Frauenliste) machte sich zudem für überdachte Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien stark.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Tilo Rose warnte dagegen vor der „Sogwirkung, die Bilder von Häusern mit großzügigen Grünanlagen drumrum“ in den Herkunftsländern der künftigen Bewohner entfalten könnten.

Ulrich Kübler (Freie Wähler) schlug als Kompromiss vor, die Außenanlagen zumindest vorerst im Osten anzubringen: „Wir setzen uns hier über den Jesinger Ortschaftsrat hinweg, wollen danach aber die Flüchtlinge selbst über die Außenanlagen mitentscheiden lassen.“ Dieses Vorgehen könne Unmut schüren.Andreas Volz

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