Kirchheim

Nach der Schule fällt die Klappe

Wettbewerb Ein dreiköpfiges, junges Filmteam aus Ötlingen ist beim 17. Jugendfilmpreis Baden-Württemberg mit dem Kurzfilm „Who am I“ für die beste Ensembleleistung nominiert worden. Von Andrea Rothfuß

Für ihre Dreharbeiten sind Noah, Mats und Lasse (von rechts) oft auf den Feldern zwischen Kirchheim und Ötlingen, aber auch rund
Für ihre Dreharbeiten sind Noah, Mats und Lasse (von rechts) oft auf den Feldern zwischen Kirchheim und Ötlingen, aber auch rund um Neidlingen unterwegs. Foto: Andrea Rothfuß

Eine Wasserleiche, die in der Lauter treibt - das schreckt jeden auf. So ging es auch einigen Passanten, die vor einigen Monaten mit ihren Hunden am Feldweg zwischen Kirchheim und Ötlingen unterwegs waren. Doch die Leiche stellte sich nur als Attrappe aus Stoff und Luftballons heraus, die Noah und Lasse - beide 14 Jahre alt- und der 15-jährige Mats für ihren Filmdreh in der Lauter drapiert hatten.

Die drei Jugendlichen kommen aus Ötlingen und gehen zusammen auf die Freie Waldorfschule in Kirchheim. Ihr großes gemeinsames Hobby ist es, Kurzfilme zu drehen. Und damit sind sie mittlerweile auch recht erfolgreich. Vor Kurzem wurde ihr Film „Who am I“ beim 17. Jugendfilmpreis Baden-Württemberg für die beste Ensembleleistung nominiert.

Zum Inhalt ihres neuen Films: Zacks Schwester wurde vor Jahren Opfer eines Mordes. Seitdem träumt Zack jede Nacht von Morden. Doch eines Tages wird einer dieser Morde wahr und es kommt heraus, dass ausgerechnet der Mörder seiner Schwester dahintersteckt. Zack nimmt die Ermittlungen auf.

Für das Drehbuch zu dem Film und auch den anderen fünf Filmen, die Noah Bösel, Lasse Frischknecht und Mats Liermann zusammen mit Freunden und Familienmitgliedern gedreht haben, ist Noah verantwortlich.

Inspiriert von „Bibi und Tina“

Er interessiert sich schon lange für Kurzfilme. Inspiriert wurde er mit acht Jahren durch einen „Bibi und Tina“-Pferdefilm und ein Jahr später durch die Harry-Potter-Reihe. Danach fing er an, Drehbücher zu schreiben und sich eine Filmausrüstung zuzulegen. Einer der ers- ten Filme hieß „Der Zug der sieben magischen Teile“. Er wurde sogar im Stadtteilzentrum „TrIB“ in Ötlingen gezeigt. Wie man das Material schneidet, hat ihm sein Stiefpapa beigebracht, der beruflich in der Branche arbeitet. Mit elf Jahren bekam Noah zum Geburtstag dann eine Kamera geschenkt, technisches Equipment wie Tonangel, Mikrofon und Stativ kaufte er sich selbst dazu.

Oft treffen sich die Freunde nach der Schule und drehen draußen, manchmal spontan, manchmal nach Drehbuch. So haben sie schon auf der Ruine Reußenstein, in der Umgebung von Neidlingen und eben auf den Feldern zwischen Kirchheim und Ötlingen gedreht.

Viel an der frischen Luft

„Oft braucht man Drehgenehmigungen, um die kümmere ich mich dann. Seit der Corona-Pandemie drehen wir aber vermehrt draußen in der Natur“, erläutert Noah. Der aktuelle Film „Who am I“ entstand 2019 in der ersten Sommerferienwoche. Diese verbrachten die Freunde zusammen draußen auf einer Wiese und verfilmten Noahs Idee. „Es hat richtig viel Spaß gemacht, wir hatten zum Schluss etwa zwei Stunden Material. Daraus wurden dann zwölf Minuten geschnitten“, so Noah. Ihren Film reichten sie beim Deutschen Jugendfilmpreis ein. „Doch da haben wir keine Chance gehabt“, sagt Noah und fügt hinzu: „Umso erfreulicher ist aber, dass wir beim Jugendfilmpreis Baden-Württemberg nominiert wurden.“ Während Lasse und Mats noch nicht genau wissen, welche berufliche Richtung sie später mal einschlagen wollen, ist sich Noah schon sicher: „Stand jetzt möchte ich in Richtung Drehbuch und Film gehen.“

Wer etwa im Alter der drei Jungs ist und Lust bekommen hat, Teil des Filmteams zu werden, kann sich bei Noah Bösel per E-Mail melden: m.m.m-info@gmx.de

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